17.09.2020 17:24 |

Neue Vorwürfe

Trump soll Model „Zunge in Hals“ geschoben haben

Weniger als zwei Monate vor der US-Wahl hat Präsident Donald Trump weiter Zweifel an deren Legitimität gesät. Er stellte infrage, ob es je ein valides Ergebnis geben wird. Während die Entscheidung über die Kontrolle des Weißen Hauses damit immer mehr zur Belastungsprobe für die US-Demokratie wird, sieht sich Trump wieder einmal mit dem Vorwurf eines sexuellen Übergriffs konfrontiert: Das ehemalige Model Amy Dorris warf ihm in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“ vor, sie während des Tennisturniers US Open in New York 1997 begrapscht und gewaltsam geküsst zu haben.

„Er schob mir einfach seine Zunge in den Hals, und ich stieß ihn weg“, schilderte Dorris den Vorfall in Trumps VIP-Suite. Dann habe der damalige Immobilien-Mogul sie fester umgriffen, sodass sie sich nicht mehr befreien konnte. „Seine Hände waren überall. Auf meinem Hintern, meinen Brüsten, meinem Rücken, überall“, berichtete die 48-Jährige. Sie habe ihn aufgefordert aufzuhören, aber „das war ihm egal“.

Das Ex-Model war zum Zeitpunkt des mutmaßlichen Übergriffs 24 Jahre alt. Trump war damals 51 und mit seiner zweiten Frau Marla Maples verheiratet. Die 48-Jährige legte dem „Guardian“ mehrere Fotos vor, auf denen sie in Gesellschaft Trumps zu sehen ist. Zudem bestätigten mehrere Menschen aus Dorris‘ Umfeld, dass das Model ihnen damals von dem Vorfall erzählt habe.

Ex-Model: „Bin es leid, dass er damit durchkommt“
Auf die Frage, warum sie sich in den Tagen danach weiterhin in Trumps Nähe aufhielt, antwortete Dorris: „Das passiert, wenn etwas Traumatisches passiert - man erstarrt.“ Sie habe sich nun entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, da sie ein Vorbild für ihre Zwillingstöchter im Teenager-Alter sein wolle. „Ich bin es leid, dass er damit durchkommt“, sagte Dorris.

Trumps Anwälte wiesen die Vorwürfe gegenüber der Zeitung zurück. Sie bezeichneten Dorris‘ Version als unglaubwürdig und erklärten, falls sich der Vorfall so zugetragen hätte, hätte es weitere Zeugen geben müssen. Mehr als ein Dutzend Frauen haben Trump bereits sexueller Übergriffe beschuldigt. Vergangenes Jahr hatte die US-Journalistin E. Jean Carroll dem US-Republikaner vorgeworfen, sie in den 90er-Jahren in der Umkleidekabine eines Kaufhauses vergewaltigt zu haben.

Präsidentenwahl: Trump zweifelt an validem Ergebnis
Trump ist indessen weiterhin damit beschäftigt, das Land auf die kommende Präsidentenwahl einzustimmen. Seine Vorgehensweise? Via Twitter-Botschaften Zweifel am Ergebnis zu säen. „Wegen der neuen und beispiellos großen Menge an nicht beantragten Stimmzetteln, die dieses Jahr an „Wähler oder wohin auch immer geschickt werden, könnte das Wahlergebnis vom 3. November niemals genau ermittelt sein, was manche wollen“, so Trump Donnerstag auf Twitter.

Die entscheidende Aussage seines Tweets, „niemals genau ermittelt sein“, schrieb er dabei in Großbuchstaben. In einem zweiten Tweet forderte Trump jene Bundesstaaten auf, die wegen der Corona-Pandemie Unterlagen für die Briefwahl proaktiv an Wähler senden, dies sofort zu stoppen. Sie sollten stattdessen die Wähler aufrufen, in Wahllokalen abzustimmen.

Massive Zunahme bei Briefwahl erwartet
Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wird bei den Wahlen am 3. November mit einer massiven Zunahme der Abstimmung per Briefwahl gerechnet. Briefwahl gilt insgesamt als sehr sicher und etabliert - bei der US-Wahl 2016 etwa hatte fast jeder vierte Wähler per Post abgestimmt. Trump kritisiert die Briefwahl allerdings immer wieder ohne Angabe von Gründen als betrugsanfällig. Der 45. Präsident der USA hat auf Nachfrage von Journalisten mehrfach offen gelassen, ob er eine Wahlniederlage akzeptieren würde. Würde er dies nicht tun, wäre völlig offen, was passiert.

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