Künftiger Diktator
Nordkorea zeigt erstmals Foto von Kim-Nachfolger
Die Veröffentlichung kam zwei Tage, nachdem der Machthaber seinen Sohn im Rahmen eines Parteitreffens in die erweiterte Führungsriege der Partei aufgenommen und ihn damit praktisch zum Nachfolger ernannt hatte.
Vor dem größten Treffen der Partei seit 30 Jahren am Dienstag in Pjöngjang hatte Kim Jong Il dem Sohn bereits den Rang eines Vier-Sterne-Generals verliehen. Kim Jong Un steht nach Erkenntnissen von Nordkorea-Kennern schon seit längerem als Nachfolger des gesundheitlich angeschlagenen Machthabers fest.
Künftiger Staatschef schüchtern und introvertiert
Kim Jong Un wurde um das Jahr 1983 geboren. Seine Mutter war die die dritte Frau Kim Jong Ils, die Tänzerin Ko Yong Hi. Ko starb Medienberichten zufolge vor gut fünf Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Ihr Sohn soll bis 1998 unter anderem Namen in der Schweiz die International School of Berne besucht haben.
Das Schweizer Wochenmagazin "L'Hebdo" berichtete heuer im März, Kim habe die Schule im Alter von 15 Jahren ohne Abschluss verlassen. Seine Mitschüler hätten ihn als schüchtern und introvertiert beschrieben. Er sei gerne Ski gefahren und habe sich für Basketball interessiert. Zudem galt er als großer Bewunderer des US- Basketballstars Michael Jordan und des Actionfilm- Schauspielers Jean- Claude Van Damme.
Militärgespräche mit Südkorea ergebnislos
Indes sind die ersten Militärgespräche zwischen Nord- und Südkorea seit zwei Jahren ergebnislos geblieben. Das teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium in Seoul mit. Bei dem Treffen im Waffenstillstandsort Panmunjom habe die südkoreanische Delegation am Donnerstag eine Entschuldigung Pjöngjangs für die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffs im März und die Bestrafung der für den Zwischenfall Verantwortlichen gefordert.
Bei dem Vorfall waren 46 südkoreanische Seeleute ums Leben gekommen, internationale Ermittler machten Nordkorea für die Versenkung des Schiffs verantwortlich. Das Verteidigungsministerium in Seoul teilte mit, die nordkoreanische Delegation habe erklärt, sie könne das Ergebnis der internationalen Untersuchung nicht akzeptieren.
Pjöngjang: Atomare Abschreckung wird ausgebaut
Am Mittwoch hatte der nordkoreanische Vizeaußenminister Pak Kil Yon außerdem in der UNo-Vollversammlung erklärt, Pjöngjang werde sein Atomwaffenarsenal als Abschreckung gegen eine amerikanische Bedrohung weiter ausbauen.
"Solange amerikanische atomare Flugzeugträger in den Gewässern um unser Land sind, kann unsere atomare Abschreckung niemals aufgegeben werden, sondern sollte weiter ausgeweitet werden", sagte Pak. Nordkorea gibt routinemäßig derartige Erklärungen ab.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.