30.09.2010 09:02 |

Von Mine und Staat

Kumpel in Chile fordern Millionen-Entschädigung

Familienangehörige von 27 der insgesamt 33 in der chilenischen Kupfer- und Goldmine verschütteten Bergleute wollen Schadenersatz in Höhe von einer Millionen Dollar (770 000 Euro) pro Arbeiter einklagen. Die Forderung von insgesamt 27 Millionen Dollar werde sich gegen die Eigentümer der Mine sowie gegen den chilenischen Staat richten, sagte die Bürgermeisterin der Stadt Caldera, Brunilda Gonzalez, am Mittwoch. Sie hatte die Angehörigen zu dem Schritt ermutigt.

Die Entschädigungsforderung solle die Arbeiter und deren Familien absichern, wenn sie nach der Rettung nicht mehr in der aus Sicherheitsgründen geschlossenen Mine San Jose in der Atacama-Wüste arbeiten könnten und deshalb arbeitslos würden, sagte die Bürgermeisterin. Allerdings galt es als unwahrscheinlich, dass ein Gericht in Chile Schadenersatz in dieser Höhe zusprechen werde.

Mangelnde Kontrolle der Minen
Die staatliche Aufsicht über die Bergbauindustrie ist in dem liberalen Musterland Chile nur schwach entwickelt. So war die Mine San Jose schon 2007 wegen mehrerer Arbeitsunfälle und genereller Sicherheitsmängel geschlossen worden. Ein Jahr später hatte die Aufsichtsbehörde Sernageomin den Betrieb jedoch wieder zugelassen. Dabei habe man sich auf den "guten Willen" der Eigentümer verlassen, räumte der frühere Vizedirektor der Behörde, Exequiel Yanes, ein.

Seit fast zwei Monaten verschüttet
Die 33 Bergleute sind seit dem 5. August in 700 Meter Tiefe verschüttet, werden über enge Röhren mit dem Nötigsten versorgt und sollen möglichst ab Mitte Oktober durch einen Rettungsschacht an die Oberfläche gezogen werden.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).