Greenpeace fordert – nach dem österreichischen Regierungsbeschluss, gegen die deutschen AKWs aktiv zu werden – Bundeskanzler Werner Faymann auf, politisch aktiv zu werden. Als Erstes müsste der Kanzler den deutschen Botschafter zu sich zitieren, heißt es. Die Regierung in Wien müsse über die Pläne Deutschlands informiert werden, welche Ausnahmeregelungen für die Schrottreaktoren in unserem Nachbarland gelten sollen.
Sicherheitsstandards nicht eingehalten
Der Anti-Atom-Experte von Greenpeace, Niklas Schinerl: "Jahrelang wurden die Sicherheitsstandards bei deutschen Altreaktoren trotz gesetzlicher Verpflichtungen nicht eingehalten. Jetzt kommen auch noch für die kommenden Jahre Ausnahmeregelungen ausgerechnet für die gefährlichsten Reaktoren dazu."
Insbesondere verweist Greenpeace auf Schrottreaktoren wie das bayrische Atomkraftwerk Isar-1 hin. Hier hat bereits der TÜV Rissbildungen bestätigt. Ein Sprecher der Umweltschutzorganisation: "Dieser Reaktor hat nur eine dünne Außenhülle. Ein Flugzeugabsturz oder Terrorangriff mit konventionellen Waffensystemen könnte verheerende Folgen haben." Ein Unfall in Isar-1 hätte laut Meinung von Fachleuten "bei realistischen Wind- und Wetterverhältnissen katastrophale Auswirkungen auf große Teile der österreichischen Bevölkerung".
Atom-Sondertreffen am 19. Oktober
Für den 19. Oktober ist nun ein Sondertreffen auf Expertenebene im Rahmen des deutsch-österreichischen Nuklear-Informationsabkommens angesetzt.
Kronen Zeitung
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