Gefeuerter Stadtchef
Moskau: Luschkow beklagt Mangel an Demokratie
Seit der Herrschaft Stalins herrsche in Russland Angst, eine Meinung zu äußern, schrieb Luschkow in dem Brief: "Wenn die Führer des Landes diese Angst bestärken, kommt man leicht in die Lage, in der ein Land nur einen Führer hat, dessen Worte in Stein gemeißelt sind und dem man ohne Murren folgen muss." Und direkt an Medwedew gerichtet hieß es darin weiter: "Wie passt das zu Ihrer Forderung nach der 'Entwicklung von Demokratie'?"
Der Zeitschrift zufolge wurde Luschkows Brief dem Chef von Medwedews Präsidialamt, Sergej Naryschkin, am Montagabend zugestellt. Am Dienstagmorgen entzog der Staatschef Luschkow das Vertrauen und setzte ihn ab. Medwedew habe den Brief zwar gekannt, sein Inhalt habe seine Entscheidung aber nicht beeinflusst, sagte Kreml-Sprecherin Natalja Timakowa.
Korruptionsvorwürfe
Der Entlassung waren seit Wochen schwelende Spannungen zwischen Luschkow, einem Verbündeten von Premier Wladimir Putin, und Medwedew vorausgegangen. Außerdem wurden vermehrt Korruptionsvorwürfe gegen den bisher drittmächtigsten Mann des Landes sowie seine Ehefrau laut.
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