Am 16. Dezember des Vorjahres erreichten die Vorfälle rund um die 43-jährige gebürtige Serbin ihren vorläufigen Höhepunkt. In einer Bäckerei in Wörgl hatte die Frau eine Angestellte gebeten ihr drei Packerln Zigaretten zu geben. Sie könne aber nicht zahlen, man solle die Marlboros „anschreiben“. Als die Angestellte dies verweigerte, zuckte die Frau wieder einmal aus. Zuerst verbal, dann schubste sie das Mädchen weg, trat selbst hinter den Tresen und nahm sich die Zigaretten. Dann lief sie davon. Die Angestellte wollte sie noch halten, doch die Serbin riss sich los.
Das war aber bei Weitem nicht der einzige Ausraster. Auf einen versuchten Ladendiebstahl angesprochen reagierte sie ebenso aggressiv. Eine Verkäuferin erzählte am Montag vor Gericht: "Was die Frau abzog war absolut schlimm!" Ähnliches spielte sich auch in einem Friseurladen ab, in dem die Unterländerin das volle Programm bestellt und genossen hatte. Als es zum Bezahlen ging, sagte sie nur, sie habe kein Geld.
In den heftigen Schreiduellen argumentierte die Betroffene immer, sie sei psychisch krank und suchtmittelabhängig. Das attestierte ihr auch die Gutachterin, die aber betonte, dass die 43-Jährige durchaus sehr intelligent und raffiniert sei. Krankheitseinsicht lege sie aber überhaupt nicht an den Tag. Dadurch sei die Wahrscheinlichkeit weiterer Vorfälle sehr hoch.
Wegen der Delikte verhängte Richterin Helga Moser am Innsbrucker Landesgericht 600 Euro Geldstrafe. Dazu wird die Frau in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher eingewiesen. Dort bleibt sie bis zu ihrer Genesung. Nicht rechtskräftig.
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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