04.09.2020 10:15 |

Sport

Damen halten sich mit Herz weiter über Wasser

In ihrem ersten Jahr hatten die Wasserballerinnen des SV Wörthersee gleich den ersten österreichischen Meistertitel geholt, im zweiten Jahr verzweifelt man zusehends an den Trainingsmöglichkeiten. Um den Titel in der nach wie vor nur unterbrochenen Wasserball-Saison verteidigen zu können, versucht man sogar das Strandbad-Sportbecken „wiederherzustellen“.

Vor 22 Jahren hatten die Wasserball-Herren des SV Wörther See, damals als aktueller österreichischer Meister, den Betrieb eingestellt, zermürbt auch von den mangelnden Trainingsmöglichkeiten. Vor zwei Jahren startete SV Wörthersee mit einer Damen-Mannschaft neu. Die ist mittlerweile ebenfalls Meister und hat dieselben Probleme.

Erst vor zwei Jahren begann das Damen-Projekt, als Wörthersee-Schwimmerinnen von der Grazer Bundesliga-Mannschaft ausgeliehen wurden. Nachdem die Steirerinnen wieder ausgestiegen waren, formierte sich in Klagenfurt eine junge Truppe, verstärkt mit Salzburgerinnen und Wienerinnen. Gleich im ersten Jahr eroberten die Mädchen von Ex-Nationaltrainer Charly Bürger sensationell den österreichischen Meistertitel, sorgten auch damit für Aufsehen, dass mit Romana Zablatnik sogar Österreichs Special Olympics-Sportlerin des Jahres im Team war.

Dabei war man schon damals als Klagenfurter Verein zum Training in die Kärnten-Therme nach Villach und nach Graz gependelt. Im zweiten Jahr hat sich die Situation coronabedingt verschlimmert. Anfangs bekam man noch im Klagenfurter Hallenbad Trainingszeit, allerdings Samstagabend und das „Spielfeld“ waren nur zwei Bahnen. Seit das Bad im März zusperren musste, kämpft man verbissen darum, den Sport weiter ausüben zu können, versucht auch, das heruntergekommene Sportbad im Strandbad zu reaktivieren. Die Tore durfte man dort aus Sicherheitsgründen nicht aufhängen, dafür bastelten die Mädchen Schwimmvorrichtungen für die Tore, um ein Wurftraining absolvieren zu können.

Schließlich hat man immer noch den Meistertitel zu verteidigen. Zwei der vier Bundesliga-Turniere wurden gespielt – zwei, darunter das Heimturnier, das man in Wolfsberg austragen wollte, wurden abgesagt. Die Saison ist vom Verband aber bislang noch nicht für beendet erklärt worden. Daher trainieren die Sportlerinnen unverdrossen weiter. „Sie sind eben ehrgeizig und eine tolle Gemeinschaft“, verrät Bürger, der selbst aber nun vom ständigen Betteln um Unterstützung genug hat und das Team an Wörthersee-Trainerkollege Andrea Bonizzi übergibt.

Gernot Kurz

 Kärntner Krone
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