04.09.2020 13:00 |

Vertrag läuft bis 2026

Mietstreit nach raschem Cineplexx-Aus am Bahnhof

Die Kinoleinwände im Cineplexx City bleiben schwarz, der Standort wurde geschlossen. Offen ist, wie es mit dem Gebäude am Salzburger Hauptbahnhof weiter gehen soll. Geht es nach der SPÖ, dann sollen darin neben Geschäften geförderte Wohnungen entstehen. Bevor über die Nachnutzung diskutiert werden kann, gilt es aber einen Miet-Streit zu klären. Der Hauseigentümer besteht auf eine vertragliche Betriebspflicht bis 2026 und spricht von großen Mietrückständen.

Seit Monatsende ist im Cineplexx-Kino am Hauptbahnhof überraschend das Licht aus. Wie es mit der Nutzung weiter geht, ist noch völlig offen. Die SPÖ wittert im Objekt, das bis auf wenige Geschäfte leer steht, eine Möglichkeit zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.

Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler (ÖVP) steht einer Wohn-Nutzung prinzipiell offen gegenüber. „Es ist natürlich Sache des Eigentümers. Was ziemlich sicher nicht kommt, ist ein weiteres Hotel“, heißt es aus ihrem Büro.

„Man könnte das Gebäude pachten oder kaufen und so geförderte Wohnungen für junge Familien schaffen. Das Haus wäre eine ideale Möglichkeit, die gesamte Gegend aufzuwerten“, sagt SPÖ-Chef David Egger, der eine Mischnutzung aus Wohn- und Gewerbeflächen anpeilt.

„Das wäre das Sinnvollste“, findet auch Eigentümer Andreas Heigl, der auf ein gutes Zusammenspiel mit der Politik aus ist. Zuerst gelte es aber die rechtlichen Rahmenbedingungen mit Cineplexx zu klären. Der Kinobetreiber hatte den Rückzug mit einem „fortschreitenden Qualitätsverfall“ der Immobilie begründet, der Hauseigentümer spricht hingegen von sechsstelligen Mietrückständen und besteht auf die vertraglich vereinbarte Betriebspflicht bis 2026.

„Noch Anfang März wurde an einem gemeinsamen Konzept ‘City Center Salzburg Neu‘ gearbeitet und über eine Vertragsverlängerung bis weit über das bis 2026 gültige Mietverhältnis hinaus gesprochen“, sagt Haupteigentümer Heigl. Ihmzufolge gab es Differenzen wegen Mietrückständen: „In den letzten beiden Jahren blieben Forderungen auf Mieten und Betriebskosten in der Höhe von mehreren hunderttausend Euro offen. Zuletzt hatten die Mieter einseitig angekündigt, aufgrund der verminderten Besucherzahlen seit der Covidkrise nur mehr 40 Prozent der Miete zu bezahlen.“

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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