01.09.2020 07:03 |

„Qualitätsverfall“

Cineplexx hat genug vom Bahnhof

Das „Cineplexx“ am Salzburger Hauptbahnhof hat überraschend mit Ende August zugesperrt. Was mit dem Gebäudekomplex nun passiert? „Das muss der Eigentümer entscheiden“, sagt Bürgermeister Harald Preuner.

Die Besucher des Hollywood-Spionagesfilms „Tenet“ staunten am Wochenende nicht schlecht: Nach Ende der Vorstellung waren sämtliche Automaten im Foyer des Kinos geleert, die Monitore abgebaut und die Buffet-Stände komplett verwaist. Was die Kinogänger zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen – es war die allerletzte Vorführung im Cineplexx am Salzburger Hauptbahnhof.

Am Montag verkündete Cineplexx-Gruppe überraschend das Aus für einen ihrer beiden Salzburger Standorte. Bereits mit Montag hat man den Betrieb eingestellt, den Mietvertrag mit Ende des Monats August aufgelöst. CFO und Co-Gesellschafter Christof Papousek nennt den „fortschreitenden Qualitätsverfall der Immobilie“ als Hauptgrund für das Ende des Kinos. „Der Standort zeigt leider keine positive wirtschaftliche Entwicklung und Prognose“, sagt Papousek. Das „Cineplexx City“ war in der ehemaligen Brotfabrik der früheren Konsumgenossenschaft gegenüber des Hauptbahnhofs untergebracht. Dort stehen viele Geschäftslokale mittlerweile leer.

Stadtpolitik wurde komplett überrumpelt

Nicht nur die Öffentlichkeit ist von dem Ende des Cineplexx City überrascht, auch die Salzburger Stadtpolitik wusste nichts von den Plänen der Betreiber. „Es war bekannt, dass es dem Kino dort schlecht geht. Der Rückzug kommt dennoch sehr unerwartet“, sagt Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP). Das gesamte Bahnhofsviertel sei im Umbruch. Was nun mit den Räumlichkeiten passiert, ist völlig offen. „Das muss der Eigentümer verantworten“, sagt Preuner. Der Gebäudekomplex gehört dem Investor Andreas Heigl aus Niederösterreich. Umbau-Pläne gibt es offenbar bereits.

Cineplexx beim Flughafen bleibt offen
Das zweite Cineplexx in Salzburg in der Nähe des Flughafens setzt seinen Betrieb indes fort. Es ist laut Papousek eines der „modernsten Kinos Österreichs“ und spiele in den Plänen des Unternehmens eine wichtige Rolle. Die 16 Mitarbeiter des „City“ sollen in anderen Kinos des Unternehmens arbeiten.

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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