27.08.2020 16:03 |

Erstmals über Stadt

Kilometerweiter Rettungsflug am Seil zum Flughafen

Mit einem Flug am 30-Meter-Seil eines Hubschraubers hängend von der Südseite des Untersbergs bis zum Salzburger Flughafen ist am Dienstagabend eine verunglückte Wanderin geborgen worden. Der Helikopter des ÖAMTC konnte wegen der Dunkelheit die Verletzte nicht mehr auf einer Wiese absetzen, weshalb sie in Begleitung eines Flugretters die rund zehn Kilometer bis zum Airport geflogen wurde.

Die Frau hatte sich am Abend beim Abstieg vom Untersberg im Bereich der Toni-Lenz-Hütte an den Beinen verletzt und konnte nicht mehr weitergehen. Gemeinsam mit ihrem Begleiter verständigte sie die Einsatzkräfte. „Wir sind alarmiert worden und haben uns dann vor Ort für eine Taubergung entschieden“, schilderte Pilot Klaus Egger. Zunächst wurde der Notarzt abgesetzt, der die Frau medizinisch versorgte. Danach wurde der Flugretter abgeseilt, der die Verletzte für die Bergung vorbereitete. „Das dauert einfach eine Zeit, und inzwischen ist es immer dunkler geworden.“

Zitat Icon

Der Flug hat sechs, sieben Minuten gedauert, und wir wurden vom Flughafen super unterstützt. Der Tower hat die Strecke vom Flugverkehr für uns freigehalten, außerdem wurde sofort das Vorfeld am Flughafen ausgeleuchtet.

Pilot Klaus Egger

Landung auf Wiese zu gefährlich
Üblicherweise wird bei einer Seilbergung der Patient nach kurzem Flug abgesetzt und anschließend im Hubschrauber aufgenommen und weitertransportiert. Wegen der Dunkelheit sei aber eine Landung auf einer Wiese zu gefährlich gewesen. Da der Salzburger Flughafen nur rund zehn Kilometer Luftlinie entfernt war, entschloss sich Egger, die Frau erst dort zu Boden zu lassen. „Der Flug hat sechs, sieben Minuten gedauert, und wir wurden vom Flughafen super unterstützt. Der Tower hat die Strecke vom Flugverkehr für uns freigehalten, außerdem wurde sofort das Vorfeld am Flughafen ausgeleuchtet.“

Schließlich wurde die Verletzte beim Flughafen abgesetzt, wo bereits ein Rettungswagen und vorsichtshalber auch die Flughafenfeuerwehr warteten. Danach wurde sie ins Krankenhaus gebracht. Auch wenn längere Seilbergungen für Piloten von Rettungshubschraubern gelegentlich vorkommen, so war der Einsatz am Dienstag für Egger doch eine Novität: „Es war das erste Mal direkt über der Stadt Salzburg.“

 Salzburg-Krone
Salzburg-Krone
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 23. Oktober 2020
Wetter Symbol