„Entwicklung stoppen“

Jugendkriminalität: Politik will mehr Prävention

Tirol
22.08.2020 12:00
Porträt von Anna Haselwanter
Von Anna Haselwanter

Mehr Prävention auf der einen Seite, U-Haft zur Abschreckung auf der anderen Seite: Ein Bericht der „Tiroler Krone“ zur steigenden Jugendkriminalität in Innsbruck bringt nun die Politik aufs Tapet. „Für Innsbruck“ will das Streetwork neu aufstellen, die VP fordert weniger „Samthandschuhe“.

Vor gut zehn Monaten richtete die Polizei, wie berichtet, eine eigene Ermittlergruppe ein, die sich der Jugendkriminalität widmet. 111 Burschen- und 23 Mädchennamen scheinen seither in den Unterlagen der Exekutive auf. Eine besorgniserregende Entwicklung, sind sich die Tiroler VP und „Für Innsbruck“ einig.

In der Problembewältigung vertreten Kurt Wallasch (FI) und Jakob Wolf (VP) aber unterschiedliche Standpunkte: „Wir brauchen Präventionsarbeit und kein scheiterndes Streetwork“, sagt Wallasch, selbst langjähriger Kriminalbeamter. Er sieht ein Versagen der Streetworker, auch in der Drogenproblematik. „Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und hier muss endlich angesetzt werden“, betont der Politiker.

Die Tiroler VP hingegen „begrüßt ausdrücklich die Verhängung der U-Haft bei jugendlichen Intensivtätern, als Warnschuss-Arrest, um ihnen die Augen zu öffnen.“ Damit widerspricht der Klubobmann klar der Ansicht von Neustart-Leiterin Kristin Henning, die die U-Haft kontraproduktiv sieht. Wolf fordert zudem personelle wie rechtliche Mittel für die Jugendwohlfahrt, „damit die Erziehung von Jugendlichen auch notwendigenfalls mit Konsequenzen geführt werden kann.“

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