"Die Zukunft der Tirol Milch ist keine Bauern-Entscheidung, sondern eine Politiker-Entscheidung", sagte Dinkhauser. Die ÖVP-Bauernfunktionäre hätten die Kuh schon längst verkauft. Die Entscheidung liege auch nicht bei 4.000 milchliefernden Bauern, sondern bei 160 Delegierten.
Tiroler als "Milchknechte von Oberösterreich"
Die Tausenden Konsumenten, die 300 Tirol-Milch-Mitarbeiter, aber auch der Großteil der 4.000 Bauern seien mit Scheinverhandlungen für dumm verkauft worden. Nichts sei aus "der Kooperation mit den Brüdern im Süden" geworden, nichts sei es mit dem eigenständigen Weg, nichts sei es künftig mehr mit der Marke Tirol. Der genossenschaftlich organisierte Milchhof Sterzing zahle den Bauern für die normale Milch 50 Cent und für die Biomilch 60 Cent. Die Tiroler würden zuerst die Eigenständigkeit und Selbstständigkeit verlieren, sie würden zu Milchknechten von Oberösterreich, und dann würden sie nach und nach Standorte, Mitarbeiter und Einfluss verlieren. Mit 17 Prozent bestimme man in keinem Konzern irgendeine Entscheidung, betonte Dinkhauser.
Zuschlag für Almmilch
Nach Angaben von Bauernvertretern, die bereits grünes Licht für die Übernahme gegeben haben, soll den Tiroler Bauern von den Oberösterreichern eine Milchabholung von 55.000 Litern pro Jahr zugesichert worden sein. Außerdem werde erstmals für die 27 Millionen Kilogramm Almmilch ein Zuschlag von zwei Cent pro Liter bezahlt. Die Schulden der Tirol Milch sollen übernommen werden.
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