Deutsche vor Holländern und Italienern – das ist weder das Ergebnis der Fußball-EM noch die Nächtigungshitliste der Tirol Werbung. Obwohl sie letzteres deutlich widerspiegelt. Eingangs erwähnte Reihenfolge ist die Rangliste der Schulden ausländischer Kranker bzw. derer Versicherungsträger. Aufgrund einer parlamentarischen Anfrage an den Gesundheitsminister veröffentlichte dieser nun eine genaue Auflistung der offenen Kostenforderungen.
Monatelanges Warten
Die finanziellen Rückstände sind beachtlich – vor allem in Tirol. Unser Bundesland wartet mit Abstand auf den größten Patzen Geld. Teilweise bis zu 18 Monate lang. "Aber wir arbeiten daran, dass diese Zeit kürzer wird", erklärt Heinz Öhler, Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse. Bei den Summen geht es um den Ersatz von Behandlungskosten von ausländischen Gästen, die während ihres Aufenthaltes unvorhergesehen krank wurden oder sich verletzten.
Im Bereich der niedergelassenen Ärzte (TGKK) sind hier mit Stichtag 1. Juli 4,7 Millionen Euro angefallen. In den Krankenhäusern – hier wartet der Landesgesundheitsfonds auf das Geld – ist die Summe 39 Millionen Euro! Allein von deutschen Versicherungsträgern sind über 24 Millionen Euro offen. Dahinter folgen die Niederlande (6,7 Millionen Euro), Italien (6,5 Millionen Euro) und Großbritannien (eine Million Euro).
Tirol deutlich vor Wien
Im Bundesländervergleich liegt Tirol ganz deutlich voran. Dahinter folgen Wien (20,5 Millionen Euro) und Oberösterreich (20 Millionen Euro) sowie Salzburg (18 Millionen Euro).
von Stefan Ruef, Tiroler Krone
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