Eigentlich wollte Richter Günther Böhler (Bild) die Angelegenheit am Freitag zu Ende bringen, doch erst am Nachmittag begann er mit der Einvernahme der Zweitbeschuldigten. Der dritte Angeklagte kam diesmal wieder nicht zu Wort.
Hintergrund des Prozesses am Innsbrucker Landesgericht ist die Tatsache, dass schon vor einigen Jahren Walk-Patschen am Markt auftauchten, die Giesswein-Produkten täuschend ähnlich waren. Das Tiroler Unternehmen begann zu recherchieren und stieß bei den Ermittlungen auf einen ehemaligen Vorstand, seine Lebensgefährtin, die einst auch in Brixlegg arbeitete und eine weitere ehemalige Designerin. Dazu kam mit einem Südtiroler Tuch-Unternehmer noch ein Konkurrent von Giesswein.
Dass sie Plagiate hergestellt haben sollen, war am Freitag aber nicht das Thema des Prozesses. Es ging um Falschaussagen vor Gericht. Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft (Hausdurchsuchungen) war ein E-mail-Verkehr zwischen den Angeklagten ausgetaucht, der geheim bleiben hätte sollen.
Stundenlang auf der Anklagebank
Die Kenntnis dieser elektronischen Botschaften zeigte der Staatsanwaltschaft, dass die Angeklagten vor Gericht nicht immer die Wahrheit gesagt haben dürften. Sie hatten offenbar so ausgesagt, dass eine Konkurrenzklausel des Arbeitsvertrages mit Giesswein nicht griff. Drei Angeklagte saßen am Freitag – wie schon im April – stundenlang auf der Anklagebank.
Eine der Frauen, eine Designerin, kann wegen Schwangerschaft nicht am Prozess teilnehmen. Die Betroffenen leugnen die Vorwürfe, denen Richter Günther Böhler in mühsamen Befragungen nachging. Vertagt auf 12. November.
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