13.08.2020 20:00 |

Bachbett füllt sich

Versumpfung des Gurgltales schreitet voran

Seit Jahren steigt das Bachbett des Gurglbaches bei Tarrenz durch mitgebrachtes Geschiebe an. Der Grund: Ein Stausee, der nicht ausgebaggert werden darf. Die Folgen: Bereits bei „normalem“ Regen stehen Teile der Felder unter Wasser. Ein Tarrenzer Bürger sieht nun eine neue Gefahr: Stechmücken.

Es ist eine Katze, die sich in den Schwanz beißt: Die Imster Stadtwerke errichteten in den 1960er Jahren einen Stausee zur Stromgewinnung im Bereich der heutigen Knappenwelt Tarrenz mit der bescheidmäßigen Verpflichtung, Geschiebeablagerungen zu entfernen. Da dies jedoch nicht geschehen ist, entstand im Laufe der Jahrzehnte ein Biotop. Und weil sich dort Sedimente nicht mehr ablagern können, erhöht das mitgebrachte Material sukzessive den Pegel des Gurglbaches. Längst wäre der Kraftwerksbetreiber gewillt, das Becken auszubaggern. Das Problem: Die Naturschutzbehörde lässt dies nicht zu.

Projekt gibt Hoffnung
„Die Felder versumpfen immer mehr“, wettert Grundbesitzer Degenhard Schagowetz. Seit Jahren muss auch er den häufiger werdenden Überschwemmungen zusehen und schimpft auf die Behörden, die einen „von ihnen selbst erlassenen Bescheid nicht exekutieren lassen“. BM Rudolf Köll hat eine tragende Rolle in dieser „Never ending Story“. Er kämpft gefühlte Jahrzehnte in dieser Causa. Punktuelle Schotterentnahmen wurden zwar mit vielen Auflagen genehmigt, sind allerdings flüssiger als Wasser, nämlich überflüssig. „Wir hoffen auf die Genehmigung jenes Projektes, das seit eineinhalb Jahren in der Prüfphase ist und vom Land unterstützt wird“, so Köll hoffnungsfroh. Darin geht es vereinfacht darum, die Staumauer rückzubauen und aus dem Speicher- ein Laufkraftwerk zu machen, dann kann auch Geschiebe entnommen werden.

Neue Stechmückenplage
Schagowetz hat aber noch eine aktuelle Sorge: „Durch die stehenden Gewässer vermehren sich Stechmücken rasend. Im Frühjahr habe ich die Entwicklung beobachtet.“ Er fühlt sich durch eine neue Studie der Veterinärmedizin-Uni Wien bestätigt. Demnach verbreiten sich in Tirol mehrere ursprünglich aus Asien stammende Stechmückenarten. Die „koreanische Buschmücke“ wurde jüngst in Österreich erstmals nachgewiesen. Studienerstautor Hans-Peter Führer vom Institut für Parasitologie: „Vor allem die asiatische Tigermücke kann gefährliche Krankheitserreger übertragen.“

Hubert Daum
Hubert Daum
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