11.08.2020 20:00 |

Hoffen auf Lösung

Neue Verkehrsvisionen für den Ehrwalder Talkessel

Wo noch vor vier Monaten gespenstige Stille herrschte, bilden sich schon wieder Staus - Normalität auf den Außerferner Straßen. Die Bevölkerung im Ehrwalder Becken leidet besonders darunter. Mit der Entwicklung eines Mobilitätskonzeptes wollen nun die Gemeinden gegensteuern, die Förderzusage ermöglichte den Start.

Als kürzlich insgesamt 630.000 Euro vom Land Tirol für zehn Projekte der regionalen Entwicklung freigegeben wurden, war der Applaus aus dem Außerfern weit zu hören. Die Regionalentwicklung Außerfern (REA) hoffte auf diesen Zuschlag und mit ihr die Gemeinden Lermoos, Ehrwald und Biberwier. „Ich habe für die Entwicklung eines zukünftigen Mobilitätskonzeptes eine 60-prozentige Förderung beantragt“, freut sich REA-Geschäftsführer Günter Salchner, „der äußerst umfangreiche Prozess kann somit jetzt starten“.

8000 Fahrzeuge fahren täglich durch Lermoos
In den Köpfen der Bürger und deren Meister hat dieser allerdings schon längst begonnen, denn die Verkehrsbelastung steigt sukzessive. Durch Lermoos schlängeln sich in „normalen Zeiten“ rund 8000 Fahrzeuge. Das sind um 1000 mehr als vor dem Bau des Lermooser Tunnels, der ja eine Umfahrung ist. In Ehrwald bewegt sich der Verkehr in den Nachmittagsstunden nur mehr im Schritttempo durch den Ort. Besondere Belastungen sind zu verzeichnen, wenn der Lermooser Tunnel gesperrt ist. Dann werden die Dorfstraßen auch noch von rund 370 Lkw befahren. Dieser soll übrigens umfassend saniert werden. „In Zeiten des Klimawandels werden die schneesicheren Pisten um den Talkessel noch gefragter werden“, mutmaßt Salchner. Der Verkehr durch den Tourismus – die drei Gemeinden verzeichnen 1,2 Millionen Gästenächtigungen – werde mit zunehmendem Tagestourismus „bereichert“.

Vier deutsche Projekte bringen mehr Verkehr
Das auszuarbeitende Mobilitätskonzept wird ob der vielen Aspekte kein Spaziergang für die Verkehrsplaner. Von einem wesentlichen Punkt spricht Ehrwalds Bürgermeister Martin Hohenegg: „Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gibt es derzeit vier infrastrukturelle Großprojekte, die sich in Planung oder im Bau befinden. Der Verkehr vom Großraum München kommend wird dadurch beschleunigt werden.“ Weiters müsse man die Neuausschreibungen des Linienbusverkehrs (ab 2022) und des Betriebes der Außerfernerbahn (ab 2025) in das Konzept einflechten. „Der öffentliche Verkehr ist bei uns unterentwickelt“, so Hohenegg weiter, „Bus und Bahn sollen attraktiver werden“.

Auftrag jüngst vergeben, 2022 soll Konzept stehen
Dies ist auch ein zentrales Ziel des Verkehrskonzeptes, dessen Umsetzung die Bürger, die übrigens in den Prozess eingebunden werden, spürbar entlasten soll. Erst gilt es aber, eines zu erstellen. „Wir haben uns kürzlich nach Studien der Unterlagen für den Bestbieter entschieden und den Auftrag vergeben“, sieht BM Hohenegg nun den Weg frei. Ende 2022 sollen die Ergebnisse vorliegen.

Hubert Daum
Hubert Daum
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