07.08.2020 05:00 |

Übergewicht

Weniger Zucker in Getränken

Dass der Gehalt in den vergangenen zehn Jahren um fast 10 Prozent gesunken ist, zeigt jetzt eine Langzeitstudie. Es besteht aber trotzdem immer noch viel Luft nach oben. Nur mit einer weiteren Senkung kann das Problem Übergewicht und krankhafte Fettsucht gelöst werden.

„Zuckergesüßte Durstlöscher gelten laut Weltgesundheitsorganisation als eine der Hauptursachen für Übergewicht und Diabetes Typ 2“, erklärt der Internist Prim. Univ.-Prof. Dr. Friedrich Hoppichler vom vorsorgemedizinischen Institut SIPCAN. „Nun wurden zum ersten Mal Langzeitdaten für das vergangene Jahrzehnt vorgestellt. Der durchschnittliche Zuckergehalt ist in diesem Zeitraum um 19,7% gesunken. Der Anteil an süßstoffhaltigen Getränken reduzierte sich von 19,3% auf 11,8%.“ Laut den aktuellsten Daten des Österreichischen Getränkeverbands werden bei uns unglaubliche 600 Millionen Liter Limonadengetränke jährlich konsumiert. Dies entspricht einem pro Kopf Verbrauch von 68 Litern. Werden die enthaltenen etwa 17.000 Kalorien als Energieüberschuss abgespeichert, entspricht dies circa 2,4 kg Übergewicht pro Jahr.

„Durch eine Zuckersteuer, wie sie in vielen Ländern überlegt wird, kann es sein, dass Getränkeproduzenten gezwungen sind, den Zuckergehalt sehr schnell zu senken. Da wir uns aber an eine gewisse Süße gewöhnt haben, besteht die Gefahr, dass die reduzierte Menge durch Süßstoffe kompensiert wird. Denn die Unternehmen wollen mit ihren Produkten ja weiterhin den Geschmack der Kunden treffen“, betont Prim. Hoppichler. Die Wissenschafter von SIPCAN bewirken seit einem Jahrzehnt, dass der durchschnittliche Zuckergehalt in Getränken kontinuierlich sinkt, ohne dass dabei auf den vermehrten Einsatz von Süßstoffen zurückgegriffen werden muss: „So haben wir die Chance, uns an einen weniger süßen Geschmackzu gewöhnen und damit auch den Zuckerkonsum langfristig senken zu können“, betont Ernährungswissenschafter und Studienleiter Dr. Manuel Schätzer.

Österreich ist mit dieser Strategie zu einem europäischen Vorzeigeland geworden. „Um die Industrie auf Basis der positiven Entwicklungen zur weiteren Zuckerreduktion zu motivieren, wurden im September 2019 die Orientierungskriterien deutlich verschärft. In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium gilt nun ein Wert von maximal 6,7 g Zucker pro 100 ml (inklusive natürlich enthaltenem Zucker) und keine Süßstoffe“, so Ernährungswissenschafter Schätzer.

Karin Rohrer-Schausberger, Kronen Zeitung

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