05.08.2020 15:53 |

Branchenexperte warnt:

„Deutsche Autobauer werden 100.000 Jobs streichen“

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer erwartet in der deutschen Autoindustrie den „Abbau von 100.000 Arbeitsplätzen“. Die Nachfrage in Europa und Amerika breche dieses Jahr massiv ein, die Produktion in Europa dürfte um ein Viertel auf zwölf Millionen Autos fallen. Damit gebe es Überkapazitäten für sieben Millionen Fahrzeuge, schrieb der Professor in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

„Dass diese Kostenbelastungen über längere Zeiten mitgeschleppt werden, ist äußerst unrealistisch, denn hohe längere Verlustperioden kann man sich im hart umkämpften Automarkt nicht leisten“, heißt es darin. Die Autobauer hatten ihre Fabriken im zweiten Quartal rund um die Welt wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie wochenlang stillgelegt, auch weil die Autohäuser während des Lockdowns schließen mussten und die Händler keine Autos verkaufen konnten. Abrufe bei den Zulieferern wurden ebenfalls auf Eis gelegt.

BMW mit erstem Verlust seit elf Jahren
Der Absatzrückgang infolge der Covid-19-Pandemie hat selbst den erfolgsverwöhnten Autobauer BMW im zweiten Quartal stark belastet. Der Münchner Konzern verzeichnete einen Verlust in Höhe von 212 Millionen Euro, wie er am Mittwoch mitteilte. „In dieser relativ kurzen Zeit ist es der höchste Quartalsverlust“, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter am Mittwoch mit Blick auf die mehr als 100-jährige Firmengeschichte. Insgesamt schrieb BMW mit diesem Fehlbetrag seinen ersten Vorsteuerverlust seit der Finanzkrise vor elf Jahren. Im Vorjahreszeitraum machte das Unternehmen noch knapp 1,5 Milliarden Euro Gewinn. Für das Gesamtjahr rechnet BMW mit einem Vorsteuergewinn deutlich unter Vorjahresniveau.

Nur Tesla machte Gewinn
Während BMW sich mit seinen Verlusten neben weiteren traditionellen Autoherstellern wie Daimler, Volkswagen und Renault einreiht, stach der Rivale Tesla im vergangenen Vierteljahr mit seinem vierten Quartalsgewinn in Folge hervor. Der aufstrebende Elektroauto-Pionier aus den USA, der künftig auch in Deutschland produzieren will, verdiente von April bis Juni trotz eines Umsatzrückgangs 104 Millionen Dollar.

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