Bergleute-Rettung

Chile: Unbekannte klauen wichtiges Bohrer-Zubehör

Ausland
12.09.2010 09:18
Die ganze Welt fiebert mit den chilenischen Bergleuten mit, die seit über einem Monat in etwa 700 Meter Tiefe festsitzen - nur einigen einheimischen Dieben ist das Schicksal der 33 Männer offenbar herzlich egal. Die Unbekannten stahlen jetzt wichtiges Bohrzubehör im Wert von 100.000 Euro, das für die Rettungsaktion benötigt wird.

Die entwendeten Metallteile wiegen jeweils etwa 150 Kilogramm, zitierte die Zeitung "El Mercurio" den Kommissar Gaston Herrara am Samstag. Die Polizei will nun insgesamt 40 Personen vernehmen. Sie arbeiteten alle an den Rettungsbohrungen mit.

Familienangehörige, die seit Wochen am Bergwerk in einem Zeltlager campieren, stünden nicht im Verdacht, sagte der Polizist. Das Bohrzubehör sei in einem Teil der Mine gelagert gewesen, zu dem sie keinen Zugang hätten. Die Bohrarbeiten seien von dem Diebstahl derzeit zum Glück noch nicht unmittelbar betroffen.

Zweiter Bohrer steckt fest
Der Bohrer Strata 950, der seit fast zwei Wochen im Einsatz ist, sei inzwischen auf einer Tiefe von 195 Meter angekommen, teilten die Ingenieure mit. Bei 300 Meter Tiefe müsse dieses Gerät jedoch eine Pause einlegen, um Veränderungen am Bohrkopf vornehmen zu können.

Der zweite Bohrer vom Typ Schramm T-130 war Samstag früh lahmgelegt. Arbeiter versuchten mit einem starken Magneten, einen Teil des Bohrkopfes nach oben zu ziehen, der sich im Bohrloch verklemmt habe. Ein dritter, wesentlich größerer Bohrer soll in etwa zwei Wochen einsatzbereit sein.

Kumpel dürfen nun auch rauchen
Den seit dem 5. August Verschütteten geht es den Umständen entsprechend weiter gut. Sie werden durch insgesamt drei enge Röhren mit Nahrung, Wasser, Medikamenten, Kleidung, Nachrichten ihrer Angehörigen und seit Samstag auch mit Zigaretten versorgt.

Es seien Verbesserungen in der Luftzufuhr erreicht worden, teilte Gouverneur Ximena Matas mit. Die Kumpel bekämen nun zwei Zigaretten-Packungen pro Tag. "Wir haben ihnen Zigaretten hinuntergeschickt. Einer von ihnen wird sie verteilen", sagte Matas.

Bisher erhielten die Bergleute Nikotinpflaster. Da diese aber offenbar nicht bei allen Rauchern unter den Eingeschlossenen die erwünschte Wirkung hatten, gibt es nun auch Zigaretten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
12.09.2010 09:18
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung