26.07.2020 12:44 |

Corona erschwert Hilfe

Erster Hurrikan der Saison trifft auf Texas

Der erste Hurrikan der diesjährigen Saison über dem Atlantik ist in Texas auf Land gestoßen. Lebensbedrohliche Überschwemmungen, starke Winde und heftige Regenfälle bedrohten nun Teile des US-Staats, teilte das Nationale Hurrikan-Zentrum der US-Klimabehörde NOAA in der Nacht auf Sonntag mit. Gouverneur Greg Abbott rief für zahlreiche Bezirke den Notstand aus.

„Jeder Hurrikan ist eine enorme Herausforderung“, sagte Abbott laut der Zeitung „Houston Chronicle“. Mit Blick auf den Wirbelsturm in Texas fügte er hinzu: „Diese Herausforderung ist kompliziert und wird noch verschärft, wenn man bedenkt, dass er durch ein Gebiet fegt, das das am stärksten von Covid-19 betroffene Gebiet des Bundesstaates ist.“ Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in Folge der Corona-Pandemie bisher rund 5000 Menschen allein in Texas gestorben.

Abbott rief Menschen, die ihre Häuser verlassen müssten, zu Vorsicht auf. Sie sollten Praktiken, „an die wir uns gewöhnt haben“, nicht missachten, etwa das Tragen von Masken, sagte der Gouverneur laut dem Sender CBS. Es sei wichtig, dass alle Abstand hielten. Daher seien an einigen Orten auch Hotelzimmer bereitgestellt worden. Außerdem solle in Notunterkünften auf Corona getestet werden. Schäden waren zunächst nur aus der Küstenstadt Port Mansfield gemeldet worden.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometer pro Stunde war „Hanna“ laut Behördenangaben auf die Insel Padre Island unmittelbar vor der texanischen Küste auf Land getroffen. Der Tropensturm war zuvor zum Hurrikan der niedrigsten Stufe eins hochgestuft worden. Für den Küstenabschnitt von Port Mansfield bis Sargent war zunächst eine Sturmflut-Warnung erlassen und später wieder zurückgenommen worden. Behörden erwarten eine Abschwächung, während „Hanna“ weiter ins Landesinnere zieht und auf den Nordosten Mexikos zusteuert.

„Douglas“ steuert auf Hawaii zu
Unterdessen ist im Pazifik Hurrikan „Douglas“ mit Windgeschwindigkeiten von rund 150 Kilometern pro Stunde in Richtung Hawaii unterwegs. Das Hurrikan-Zentrum erwartet allerdings, dass er sich weiter abschwächt. Der Vorhersage zufolge soll er am Sonntag in der Nähe der größten Inseln Hawaiis sein - dann als Sturm knapp unterhalb der Hurrikan-Schwelle.

Überdurchschnittlich aktive Hurrikan-Saison
Über dem Atlantik erwartet NOAA in diesem Jahr nach einer Vorhersage vom Mai eine überdurchschnittlich aktive Hurrikan-Saison. Von Juni bis Ende November sei mit bis zu zehn Hurrikanen zu rechnen, davon könnten bis zu sechs sehr starke Wirbelstürme werden, hatte die Behörde erklärt. Im Durchschnitt gibt es pro Jahr über dem Atlantik sechs Hurrikane, drei davon entwickeln sich zu Stürmen großer Stärke.

Angesichts verfügbarer Klimadaten und der höheren Wassertemperatur im Atlantik und der Karibik liege die Wahrscheinlichkeit einer normalen Saison nur bei 30 Prozent, die einer unterdurchschnittlichen sogar nur bei zehn Prozent, hieß es damals. US-Präsident Donald Trump schrieb per Twitter, dass seine Regierung die Stürme genau beobachte und mit den betroffenen Bundesstaaten in Kontakt stehe.

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