Aktuelle Umfrage

Sieben von zehn Österreichern für Studiengebühren

Österreich
10.09.2010 11:20
Sieben von zehn Österreichern haben sich in einer aktuellen Umfrage des Linzer market-Instituts für Studiengebühren ausgesprochen. Nur ein Drittel der Befragten meinte, dass die Universitäten aus Steuermitteln finanziert werden sollten.

Für diese Studie wurden im September 2010 400 Österreicher repräsentativ für die Bevölkerung ab 16 Jahren telefonisch befragt. Zur Beantwortung der Frage "Ab dem Jahr 2013 werden die österreichischen Universitäten mehr Geld brauchen, wie soll das Ihrer Meinung nach am besten finanziert werden?" wählten mehr als die Hälfte (54 Prozent) "über Studiengebühren", 33 Prozent nahmen die Antwortmöglichkeit "über Steuermittel".

Stadt-Land- und Ost-West-Gefälle
"Sind Sie eher dafür, dass Studiengebühren gezahlt werden müssen", bejahten 70 Prozent der Befragten, 49 Prozent stimmten sogar mit "auf jeden Fall". Männer und Frauen hielten sich hier die Waage, auch quer durch alle Altersgruppen zeigten sich die Befragten einig. Gut erkennbar sei laut Studie aber ein Stadt-Land- sowie ein Ost-West-Gefälle. Am Land sind 82 Prozent für die Gebühren, in den Landeshauptstädten nur 58 Prozent. Eine geringere Freude mit Studiengebühren haben die Ostösterreicher im Vergleich zu den Westösterreichern.

Neun Prozent lehnen die Gebühren grundsätzlich ab. "Auf keinen Fall" möchten 16 Prozent der Interviewten, dass für die Universität gezahlt werden muss. Die stärksten Gegner der Gebühren finden sich unter Maturanten und Universitätsabgängern mit 35 Prozent und unter in den Landeshauptstädten lebenden Menschen mit 34 Prozent.

ÖH: Vermögensbesteuerung statt Studiengebühren
Indes fordert die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) die Finanzierung des tertiären Bildungssektors über eine Anhebung der vermögensbezogenen Abgaben. "Anstatt Studierende ohne Einkommen mit fragwürdigen Studiengebührenmodellen zur Kasse bitten zu wollen", sollte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) "das Geld dort suchen, wo es auch zu holen ist", argumentieren die Studentenvertreter am Freitag.

Vermögen werde in Österreich "so gut wie nicht besteuert", eine Anhebung auf den OECD-Durchschnitt würde mehrere Milliarden Euro bringen, so ÖH-Generalsekretärin Mirijam Müller. Zusammen mit einem progressiven Steuersystem könnte so das Budgetloch gestopft werden. Indirekt würden so Hochschulabsolventen zur Finanzierung der Unis beitragen, wenn sie durch das Studium ein höheres Einkommen haben.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
10.09.2010 11:20
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung