Drei Leichen entdeckt

Zahl der Todesopfer nach Gasexplosion auf 7 gestiegen

Ausland
12.09.2010 08:38
Nach der verheerenden Gasexplosion im kalifornischen San Bruno bei San Francisco ist die Zahl der Todesopfer am Samstag auf sieben gestiegen. Wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf die Polizei berichtete, seien drei Leichen von Spürhunden entdeckt worden. Sechs weitere Menschen werden noch vermisst.

Mehr als 50 Bewohner von San Bruno wurden verletzt, als die Feuerwalze am Donnerstagabend (Ortszeit) ein ganzes Wohnviertel zerstörte, 38 Häuser brannten ab. Der Bürgermeister von San Bruno, Jim Ruane, wies daraufhin, dass die Suche nach Opfern noch nicht abgeschlossen sei: "Die Zahl wird noch steigen."

Am Morgen nach der schrecklichen Tragödie "scheint zwar die Sonne wieder, aber es liegt eine dunkle Wolke über unserer Stadt", sagte Ruane weiter. Tatsächlich lag der Rauch auch Stunden nach der nächtlichen Explosion noch wie eine graue Glocke über dem Ort, der Qualm war weithin zu riechen. Der Krater, der bei der Explosion gerissen wurde, ist laut Augenzeugen so groß wie eine mehrspurige Straßenkreuzung.

Anrainer flüchteten vor meterhoher Feuerwalze

Anrainer, die in Panik mit nur wenig Habseligkeiten vor der Feuerwalze geflüchtet waren, bangen um ihr Hab und Gut. Die Feuerwehr ließ zunächst niemanden in die schwelenden Straßenzüge zurück. "Ich weiß nicht, ob unser Haus noch steht", sagte die 72-jährige Toni Vaccari. Mit Mann und Hund, aber ohne weiteres Gepäck, hatte sie schnell die Flucht ergriffen.

Auch der 54-jährige Rick Bruce war vor der 30 Meter hohen Flammenwand geflüchtet. "Mein Haus ist okay", erzählte er am Freitag erleichtert der dpa. "Ich habe mich nachts durch die Absperrungen in das Viertel geschlichen, meine Nachbarn hatten allerdings weniger Glück."

"Die Hölle auf Erden"
Schockierte Augenzeugen verglichen das flammende Inferno mit der Zerstörung wie nach einem Bombenanschlag. "Erst haben wir einen lauten Knall gehört, dann wackelte das ganze Haus", erzählten die Brüder Bob und Ed Pellegrini dem örtlichen Sender ABC. Sie dachten erst an ein Erdbeben, spürten dann aber die starke Hitze. "Plötzlich sahen wir die Flammen gleich vor dem Fenster", sagte Bob Pellegrini. "Es sah aus wie die Hölle auf Erden. Und diese enorme Hitzewelle, die eine Minute lang alle Luft aufsaugte." Sie konnten nur durch den Garten entkommen, denn vorne zur Straße hin war es zu heiß. "Das Haus ist zerstört. Ich habe nichts mehr, alles ist weg."

"Ich habe ein Geräusch wie das eines tief fliegenden Flugzeugs gehört, dann wackelte plötzlich das Haus", sagte Tina Diloia, die sich während des Unglücks mit ihrem Baby in ihrer Wohnung in San Bruno aufhielt. Nachdem sie eine weitere Explosion gehört habe, sei sie auf die Straße gelaufen, wo Trümmerteile umhergeflogen seien. "Es sieht aus, als würde die ganze Bergseite brennen."

Die Bewohner des Stadtteils ergriffen nach der Detonation sofort die Flucht, es blieb jedoch in den meisten Fällen keine Zeit, um Habseligkeiten zu packen. In dem Bezirk wurde der Notstand ausgerufen, rund 100 Menschen fanden in Notunterkünften Zuflucht.

Wut über mögliche Versäumnisse
San Brunos Bürgermeister Ruane bestätigte am Freitag, dass der Bruch einer 60 Zentimeter breiten Hochdruckleitung Schuld an einem der schlimmsten Brandinfernos in einer amerikanischen Stadt seit Jahren sei. Der Gasversorger Pacific Gas and Electric entsandte Teams, um die Möglichkeit einer Erdgasexplosion zu prüfen, sagte ein Unternehmenssprecher. Sollte sich herausstellen, dass sein Unternehmen Schuld an dem Unglück trage, "werden wir die volle Verantwortung übernehmen".

Medienberichten zufolge hatten Anrainer schon Tage zuvor Gasgeruch vernommen und den Behörden gemeldet. Nach dem ersten Schock wurden bereits wütende Stimmen über mögliche Versäumnisse laut. Ein Mann schimpfte vor den schwelenden Überresten seiner Nachbarschaft, dass Pacific Gas and Electric auf die Beschwerden nicht reagiert habe.

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