21.07.2020 10:43 |

Neuer Alltag

Corona-Krise als Chance und Grund zum Pessimismus

Die Mehrheit der Österreicher hält sich zwar für krisenfest, doch bringt die Covid-Pandemie für viele Menschen eine hohe psychologische Belastung mit sich - nicht nur aufgrund der negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft und damit verbundenen Geld- und Jobsorgen. Auch Prioritäten haben sich verschoben, das Bewusstsein der Österreicher verändere sich im geänderten Alltagsleben ebenso. Bei allem Pessimismus erkennen jedoch viele auch die Chancen, die die aktuelle Situation mit sich bringt.

Die Krise als Chance und Grund zum Pessimismus, so ambivalent haben die Österreicher in einer IMAS-Umfrage die Coronavirus-Situation bewertet: Die Prioritäten haben sich verschoben, das Bewusstsein der Österreicher zeige jedenfalls deutliche Veränderungen, heißt es in der repräsentativen Erhebung. So gaben 73 Prozent der Befragten an, dass sich die Corona-Krise „sehr stark“ bzw. „einigermaßen“ auf das künftige Alltagsleben auswirken werde. 22 Prozent gingen davon aus, dass mehr oder minder alles beim Alten bleibt, fünf Prozent machten keine Angaben.

Angst um den Arbeitsplatz
Gefragt nach jenen lebensbestimmenden Aspekten, die stark an Bedeutung gewinnen werden, nannten 49 Prozent die Angst um den Arbeitsplatz. Mit einer deutlichen Veränderung der Arbeitswelt im Hinblick auf Kurzarbeit, Home-Office und Videokonferenzen rechnen 44 Prozent, ebenso werde die Sensibilität gegenüber Grippekranken oder Hustenden enorm zunehmen (39 Prozent) genauso wie das Hygienebewusstsein (38 Prozent). Die Bedeutung von Reisen oder der Besuch von Großveranstaltungen werde dagegen laut 39 Prozent der Befragten „stark abnehmen“, ebenso wie die Nutzung der Öffis, meinten zumindest 17 Prozent.

Insgesamt rechnen 54 Prozent der Befragten damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebenslage in Österreich in den kommenden Monaten „eher verschlechtern“ werden. Nur 15 Prozent zeigten mit dem Daumen nach oben, 26 Prozent nahmen an, die Situation bleibe unverändert und vier Prozent machten keine Angaben. Noch vor Ausbruch von Corona im Dezember 2019 sagte nur ein Viertel der Österreicher, dass schlechtere Zeiten kommen werden.

Auch positive Erwartungen
50 Prozent glauben an ein „besseres“ Leben, da waren sich die interviewten 1005 Männer und Frauen ab 16 Jahren weitgehend einig, genauso wie Alt und Jung, oder Städter und Leute auf dem Land. 33 Prozent sahen kein Veränderungspotenzial und 17 machten keine Angaben. 

Der Verzicht auf soziale Kontakte machte den Österreichern am meisten zu schaffen (34 Prozent). Auch das Tragen von Mund-Nasen-Schutz bereitet 15 Prozent Probleme. Die anhaltende Krise hat offensichtlich inzwischen dazu geführt, dass 47 Prozent der Interviewten den Eindruck gewonnen haben, dass die meisten Menschen im Land nicht mehr mit ihrem Leben zufrieden sind, 30 Prozent glaubten dies allerdings noch sehr wohl.

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