Stadtchef nach Stau

„Das war eine pure Provokation der Grünen“

„Wir machen das, was die Politik nicht schafft“ – so kündigten die Aktivisten der Radlobby stolz ihren mittwöchigen PopUp-Radweg auf der Nibelungenbrücke – während der Stoßzeit von 16 bis 18 Uhr – an. Im Endeffekt schafften sie genau das, was man sonst nur der Politik vorwirft: Stau! Und obendrauf jede Menge Ärger

Wer Mittwoch Nachmittag in und um Linz mit dem Auto unterwegs war, brauchte viel Geduld. Auf der A1 staute es sich vom Zentrum bis zum Bindermichl-Tunnel zurück und auch die Donaulände, B127 und B129 waren völlig verstopft. Der Grund: Einerseits die Sperre von Klosterstraße und Rathausgasse für den autofreien Hauptplatz und andererseits die Aktion der Radlobby, die sich auf der Nibelungenbrücke einen roten Teppich ausrollte, um zu zeigen, dass Biker auch ihren Platz auf dem Übergang haben sollten. Warum die Polizei die „Demo“ zur Stoßzeit genehmigte, bleibt deren Geheimnis. Kurz vor 17.30 Uhr schien man sich den Fehler einzugestehen und beendete die Aktion.

FP-Stadrat Hein ist frustriert
Was bleibt, ist jede Menge Ärger. VP-Stadtvize Bernhard Baier sieht sich bestätigt und fordert, den Ferien-Versuch, den Hauptplatz autofrei zu gestalten, sofort wieder einzustellen. Eine Ansicht, die Eva Schobesberger (Grüne) nicht teilt, sie will, dass man dem Test eine Chance gibt. Auch SP-Stadtchef Klaus Luger, der wegen der Brückenaktion nicht gut auf die Grünen zu sprechen ist, wegen deren Unterstützung dafür von Provokation spricht, meint: „Wir schauen uns das an, wenn sich herausstellt, dass wir den Hauptplatz als Bypass brauchen, wird Stadtrat Hein das richtige tun.“ Der ist frustriert: „Der Imageschaden ist irreparabel. Gerade die größten Befürworter des Projekts haben dieses mit großer Wahrscheinlichkeit zu Fall gebracht.“

Mario Ruhmanseder
Mario Ruhmanseder
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Samstag, 19. September 2020
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