16.07.2020 15:59 |

Braucht Wunderrezept

Umfragendebakel: Trump feuert Wahlkampfmanager

Nur gut drei Monate vor den Wahlen hat US-Präsident Donald Trump seinen Wahlkampfmanager gewechselt. Ursache ist der Absturz Trumps in den Umfragewerten. Er ist auf der Suche nach einem Wunderrezept. Im Durchschnitt von fünf großen Meinungsforschungsinstituten liegt sein demokratischer Herausforderer Joe Biden bei 52 Prozent vor Trump mit 37 Prozent.

Bill Stepien werde die Leitung der Kampagne übernehmen, der bisherige Chef Brad Parscale werde sich weiter um Digitales und soziale Netzwerke kümmern, erklärte Trump über Twitter. Beide hätten seit Jahren gut für ihn gearbeitet, erklärte er weiter.

US-Medienberichten zufolge machte Trump seinen bisherigen Wahlkampfmanager Parscale für die gescheiterte Kundgebung im Bundesstaat Oklahoma im Juni verantwortlich. Es sollte Trumps erste große Veranstaltung seit der Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA sein. Trump zufolge wollten trotz des Corona-Risikos bis zu einer Million Menschen an der Veranstaltung teilnehmen. Neben dem gemieteten Stadion wurde auch ein Außenbereich mit Bühne errichtet. Letztlich blieben jedoch sogar in der Sporthalle Tausende Sitze frei. Ein anderer Arena-Auftritt fiel wegen Schlechtwetters ins Wasser.

Joe Biden laut Umfragen mit solidem Vorsprung
Jüngste Erhebungen geben dem designierten Kandidaten der Demokraten, Joe Biden, einen sehr soliden Vorsprung. Bis zur Wahl am 3. November sind es aber noch gut drei Monate, was noch viel Raum für Überraschungen lässt.

Umfragen zeigen unterdessen, dass eine Mehrheit der Wähler nicht von Trumps Umgang mit der Coronavirus-Pandemie beeindruckt ist. Die Pandemie ist in den USA weiter außer Kontrolle - und eine Besserung scheint bei derzeit täglich Zehntausenden Neuinfektionen bis auf Weiteres auch nicht in Sicht.

Von schlechten Umfragen unbeeindruckt
Trump zeigt sich unbeeindruckt von den schlechten Umfragewerten. Er verweist darauf, dass Umfragen 2016 einen Sieg seiner damaligen Gegnerin Hillary Clinton prognostizierten - und damit falsch lagen. In seinem Tweet erklärte er, der Sieg in diesem Jahr sollte einfacher sein als jener vor vier Jahren, „weil unsere Umfragewerte schnell ansteigen“.

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