21.06.2020 08:03 |

Heftige Attacken

Viele leere Plätze bei Trump-Wahlkampfauftritt

Nach dreieinhalbmonatiger Unterbrechung wegen der Coronavirus-Pandemie hat US-Präsident Donald Trump mit einer ersten Großveranstaltung in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma den Wahlkampf wieder aufgenommen. Der Republikaner trat am Samstagabend vor Tausenden Anhängern auf, viele Plätze blieben aber leer. Seinen Rivalen bei der Präsidentschaftswahl im November, den Demokraten Joe Biden, bezeichnete Trump als „hilflose Puppe der radikalen Linken“.

Ein geplanter Auftritt Trumps vor dem für 20.000 Teilnehmer ausgelegten BOK Center, wo sich jene Anhänger versammeln sollten, die in der Halle keinen Platz mehr finden, wurde abgesagt. Der Platz, auf dem eine Großleinwand und eine Bühne aufgebaut waren, war so gut wie leer.

Weniger Besucher als angekündigt
Trumps Wahlkampfteam musste einräumen, dass weniger Teilnehmer erschienen als erwartet. Wahlkampfsprecher Tim Murtaugh machte „radikale Demonstranten“ und die Medien verantwortlich: Sie hätten versucht, den Anhängern des Präsidenten „Angst zu machen“. Trump begrüßte seine Anhänger zu Beginn seiner Rede als „Krieger“. Gegendemonstranten, die sich nahe der Veranstaltungshalle versammelt hatten, bezeichnete er als „Schlägertypen“, „Anarchisten“ und „Plünderer“.

Trump attackiert Kontrahenten Biden
Scharfe Attacken fuhr Trump gegen Joe Biden, der ihn bei der Wahl am 3. November herausfordern wird. Der frühere Vizepräsident würde „Plünderern und Ausländern ohne gültige Papiere“ mehr Rechte geben als gesetzestreuen Amerikanern.

Erneute Kritik an Deutschlands NATO-Beitrag
Trump ging auch auf seine Entscheidung ein, die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten von rund 35.000 auf 25.000 zu senken. Deutschland sei bei den Verteidigungsausgaben „säumig“ und kaufe Gas aus Russland, obwohl die USA Deutschland vor Russland schützen sollten.

Auftritt trotz Coronavirus-Pandemie
Der US-Präsident hatte nach Monaten des Coronavirus-Lockdowns wieder Wahlkampfveranstaltungen aufnehmen wollen, obwohl in den USA bereits mehr als 120.000 Menschen an Covid-19 gestorben sind. Trumps Kritiker befürchten viele neue Infektionen aufgrund des Auftritts in Tulsa, die wenigsten seiner Anhänger trugen einen Mund-Nasen-Schutz. Auch Trump selbst trug wie üblich keine Maske bei seinem Auftritt. 

Sechs Mitarbeiter des Wahlkampfteams positiv getestet
Zudem wurden vor der Kundgebung sechs Mitarbeiter seines Wahlkampfteams in Tulsa positiv auf das Coronavirus getestet. Sie seien Teil des Vorausteams gewesen und in Quarantäne genommen worden, teilte der Kommunikationsdirektor von Trumps Wahlkampfteam mit. Trumps designierter Herausforderer der Demokraten, Ex-Vizepräsident Joe Biden, warf Trump vor, Menschen zu gefährden, um seinen Wahlkampf wieder aufzunehmen. Trump steht derzeit unter enormem Druck, weil er in Umfragen deutlich hinter Biden liegt.

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