12.07.2020 05:00 |

Knochenbruch

„Ein Spenderknochen rettete mein Bein“

Da der gebrochene Unterschenkel nicht heilte, drohte eine Amputation. Verhindert wurde dies durch jedoch durch eine Fremdknochen-Transplantation.

„Vor fünf Jahren erlitt ich bei einem Skiunfall einen offenen Unterschenkelbruch“, berichtet Walter Hold. Trotz mehrmaliger Operationen heilte der Knochen jedoch nicht. „Die ganze Zeit musste ich mit Krücken gehen. Das Bein war geschwollen und überwärmt, ich konnte es kaum und immer nur mit Schmerzen belasten.“ Da keine Verbesserung eintrat, wollte sich der verzweifelte Mann vor nunmehr 1,5 Jahren schließlich den Unterschenkel amputieren lassen. Er suchte Dr. Peter Panzenböck, Ordination für Sportverletzungen und Gelenkchirurgie in Graz, auf. Der Facharzt für Unfallchirurgie schlug Herrn Hold statt einer Amputation jedoch eine Fremdknochen-Transplantation vor.

Der abgestorbene Knochen wird ersetzt
„Es gibt die Möglichkeit, Spenderknochen aus einer Gewebebank in Österreich zu bestellen. Diese werden dort so bearbeitet, dass der Empfänger keinerlei Abstoßungsreaktionen zeigt und auch durch Keime nicht infiziert werden kann. Das ist ein relativ neues Verfahren, bei dem das Gewebe nicht mehr bestrahlt wird und daher besonders gut einwächst“, erklärt Dr. Panzenböck. Bei der Operation entfernt der Chirurg den toten Knochen, der nicht mehr heilt, komplett und ersetzt ihn durch den Spenderknochen. „Zusätzlich werden Stammzellen des Empfängers aus dem Blut gewonnen und der Spenderknochen in diesen Zellen 15 Minuten ,gebadet‘, bevor er eingesetzt und - in diesem Fall mit einer Titanplatte und Schrauben - fixiert wird“, so der Experte.

Endlich wieder schmerzfrei gehen
Für Walter Hold begann nun ein neues Leben: „Es war unglaublich! Am ersten Tag nach der Operation habe ich mich schon besser gefühlt als die Jahre davor. Bereits nach acht Wochen begann ich, das Bein zu belasten. Heute bin ich schmerzfrei und kann alles tun, was ich möchte. Ich bin wieder in der Lage, ganz normal zu arbeiten und Sport zu betreiben“, erzählt der glückliche Patient. Laufende Röntgenuntersuchungen und Computertomografien dokumentierten die Genesungsphase. Dr. Panzenböck: „Es zeigte sich, dass bereits nach 18 Monaten der Spenderknochen durch eigenes Knochenmaterial ersetzt wurde. Immerhin musste ich zwei Drittel des Schienbeines durch Fremdknochen ersetzen!“ Dieser fortschrittliche Zugang bei nicht heilenden Knochenbrüchen könnte für viele chronische Fälle eine gute Behandlungsmöglichkeit darstellen. Den verzweifelten Patienten bliebe ein mitunter langer Leidensweg - und wie bei Herrn Hold eine Amputation - erspart.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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