08.07.2020 19:03 |

100-Jahr-Jubiläum

Festspiele als aktuelles Thema im Gemeinderat

Dass die Jubiläumsausgabe der Salzburger Festspiele in gut drei Wochen über die Bühne gehen wird, damit hat nach Ausbruch der Virus-Krise kaum einer gerechnet. Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler will mit besonderer Vorsicht das 100-Jahr-Jubiläum begehen. Als Gast der aktuellen Stunde im Gemeinderat hatte sie eine breite politische Mehrheit hinter sich.

„Wo der Wille erwacht, dort ist schon fast etwas erreicht“, zitierte die Festspielpräsidentin Hugo von Hofmannsthal in ihrer Rede am Mittwoch vor dem Salzburger Gemeinderat. Erstmals stehe nicht die künstlerische oder die wirtschaftliche Bedeutung der Festspiele im Vordergrund, sondern die Sicherheit. Um die zu gewährleisten, fährt das Festival zu seiner abgespeckten Jubiläumsausgabe einen strikten Kurs, der strenger als die Vorgaben der Bundesregierung ist. Gut 20 Ärzte werden betraut, jeder Mitarbeiter oder Künstler darf nur mit negativem Covid-Test die Räumlichkeiten betreten.

Insgesamt eine aufwändige Strategie, die mit Umsatzeinbußen verbunden ist. Alleine durch die reduzierte Kartenzahl fallen fast 22 Millionen Euro weg. „Offen gestanden: Finanziell und organisatorisch wäre es einfacher gar nicht zu spielen“, so Rabl-Stadler, die sofort anfügt: „Ich wäre mir kleinmütig vorgekommen, wenn wir keine Festspiele abhalten.“ Zudem erinnerte sie an die schwierigen Bedingungen im Jahr 1920, als die Festspiele gegründet wurden: „Es herrschten Hunger und Not. Immer wieder trotzten die Festspiele schwierigen Umständen.“

Stadtchef Harald Preuner (ÖVP) lobte den ehrgeizigen Kurs der Präsidentin: „Es ist ihr gelungen Ruhe zu bewahren und zu retten, was zu retten war.“ Die Spiele seien unverzichtbar und würden den Geist des europäischen Friedens bewahren. „Das Ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen“, bediente sich auch Preuner eines Hofmannsthal Zitates.

Lobende Worte fand auch SPÖ-Kultursprecher Sebastian Lankes: „Mit dem Sicherheitskonzept als Fundament wurde in kurzer Zeit eine Variante gefunden, die Festspiele zu ermöglichen - damit gibt es auch ein Aufatmen in der Wirtschaft.“ FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl schloss sich an: „Heuer gibt es von manchem etwas weniger, vom Wesentlichen dafür mehr.“

Der grüne Gemeinderat Markus Grüner-Musil spannte den Bogen vom Beginn der Festpspiele: „Ihre Gründung ist aus einer Krise heraus entstanden“ bis in die Gegenwart: „Es ist notwendig, dass sich die Salzburger gegenüber der Festspiele wieder mehr öffnen.“ Selbes wüsche er sich auch umgekehrt.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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