Scharfe Attacken

Der Ton in der Frauenhaus-Debatte wird schärfer

Salzburg
07.07.2020 21:05
Mit der internationalen Ausschreibung der Salzburger Frauenhäuser hat sich Landesrätin Andrea Klambauer (Neos) bei der Opposition keine Freunde gemacht. Jetzt wird der Ton noch schärfer: Die FPÖ ortet einen Erpressungsversuch bei der Aufnahme einer schutzbedürftigen Frau. Auch die SPÖ will Klarheit.

Es ist der E-Mailverkehr vom 6. Juli zwischen der Geschäftsführerin des Vereins Autonome Frauenhäuser, Maria Rösslhumer, und dem Frauenreferat des Landes, der der Opposition sauer aufstößt. Darin kritisiert Rösslhumer, dass in Salzburg die Politik über die Vergabe von Frauenhausplätzen bestimme und dass in einem konkreten Fall die Aufnahme einer Frau an eine positive mediale Berichterstattung geknüpft worden sei. Für FPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Berger kommt das einem „Erpressungsversuch“ gleich. Sie und auch die SPÖ fordern daher heute im Landtag per Anfragen von der ressortverantwortlichen Landesrätin Klarheit.

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Die Erpressungsvorwürfe sind schlichtweg falsch. Es ging nur darum aufzuzeigen, dass wir immer wieder auch Hochrisikofälle aus anderen Bundesländern aufnehmen. Im dem Fall war aber Deutschland zuständig.

Landesrätin Andrea Klambauer (Neos)

Klambauer wies bereits am Dienstag die Vorwürfe entschieden zurück: „In Salzburg wird keine Frau abgewiesen. Über deren Aufnahme entscheiden die Frauenhäuser.“ Im konkreten Fall handelte es sich um eine schutzbedürftige Frau aus Deutschland – Salzburg stimmte einer kurzfristigen Unterbringung zu. Eine länderübergreifende Unterbringung sei aber in der Istanbul-Konvention nicht vorgesehen, betont Klambauer.

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