25.06.2020 15:00 |

Ski alpin

Hödlmoser: „Hoffe ab August auf Europa-Training“

Der Pongauer US-Damencoach Alexander Hödlmoser über den ersten Schneekontakt von Shiffrin und Co. in den USA - und das Bangen um Schengen-Visa für seine Athletinnen für das Gletschertraining in Europa.

Noch ist der Ski-Weltcup in weiter Ferne. Aber nach dem coronabedingten vorzeitigen Ende im März versuchen alle Nationen, Versäumtes auf den Gletschern nachzuholen. Das geht in Österreich seit Mai sehr gut – in den USA ist das viel schwieriger. Das weiß Alexander Hödlmoser nur zu gut. Seit 1997 ist der gebürtige Pfarrwerfener mit Wohnsitz Goldegg Trainer im US-Skiteam, war Coach von Lindsey Vonn, Damen-Chef und ist nun für die Speed-Girls zuständig.

Hödlmoser selbst arbeitet von zu Hause aus

Er kann aufgrund der Reisebeschränkungen selbst nicht in die USA, muss alles vom Pongau aus organisieren. „Wir hätten im Frühjahr Trainingsblöcke in Mammoth Mountain gehabt, die sind coronabedingt ins Wasser gefallen“, erzählte der 52-Jährige. Der nun froh war, dass in Copper Mountain im Juni noch 14 Tage Schneetraining möglich gemacht wurden. Auch Superstar Mikaela Shiffrin war begeistert: „Ich weiß, wieviel Glück wir hatten, auch nur ein bisschen Training zu bekommen.“

Corona-Auflagenkatalog von 150 Seiten

Das Schnee-Comeback war mit sehr viel Aufwand verbunden. „Der Corona-Auflagenkatalog des olympischen US-Komitees umfasst 150 Seiten. Wir mussten etwa beantworten, wie die Sessellifte zwischen den einzelnen Fahrten desinfiziert werden.“ In Copper konnte mit minimalstem Trainer-Personal und ohne die gewohnten Serviceleute (auch sie hängen in Europa fest) im oberen Bereich gefahren werden. „Aber das ist Ende Juni vorbei“, weiß Hödlmoser. Und dann? „Wir haben überall auf der Welt Reservierungen gemacht. Normalerweise wären wir nach Chile geflogen. Aber bei den Infektionszahlen dort ist das unmöglich.“

Eher könnte es in Europa weitergehen. „Wir haben im August und September in Saas Fee reserviert, Anfang Oktober auf dem Stilfser Joch. Aber wir wissen nicht, ob wir reisen können.“ So bemüht sich das US-Team um Schengen-Visa für die Athleten. „Aber alle Botschaften in den USA sind geschlossen.“ Im Moment, so der Salzburger, habe er noch keine Panik. „Aber man weiß ja nicht, wie lange sich das noch zieht. Und irgendwann müssen wir schon trainieren.“

Herbert Struber
Herbert Struber
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