22.06.2020 07:50 |

Nach Boykottaufruf

The North Face, Patagonia stoppen Facebook-Werbung

Die Outdoor-Modefirma The North Face hat sich als erste größere Marke einer Boykottaktion gegen Facebook wegen dessen umstrittenen Umgangs mit rassistischen, hetzerischen und manipulativen Inhalten angeschlossen. „Wir sind dabei“, betonte das Unternehmen am Freitag bei Twitter zum Aufruf, aus Protest keine bezahlte Werbung mehr in dem sozialen Netzwerk zu schalten. In der Nacht auf Sonntag schloss sich die Modefirma Patagonia dem Boykott an.

US-Bürgerrechtsorganisationen hatten die Aktion unter dem Motto „StopHateforProfit“ gestartet. Facebook wird schon lange vorgeworfen, zu nachlässig mit kontroversen Beiträgen umzugehen. Angesichts der US-Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt ist diese Kritik wieder stark aufgeflammt. Dazu trug auch Mark Zuckerberg wesentlich bei. Der 36-jährige Konzernchef vertrat in einer Debatte um umstrittene Aussagen von US-Präsident Donald Trump den Standpunkt, dass die Tiraden von der Redefreiheit gedeckt seien und Facebook nicht einschreiten müsse. Dafür musste sich Zuckerberg sogar vor seinen eigenen Mitarbeitern rechtfertigen.

In der Nacht auf Montag schloss sich auch die Outdoor-Modefirma Patagonia dem Boykott an. „Wir stimmen mit #StopHateforProfit darin überein, dass die Gewinne von Facebook es niemals wert sein werden, Hass, Bigotterie, Rassismus, Antisemitismus und Gewalt zu fördern“, twitterte Marketingchef Cory Bayers. „Da Unternehmen im ganzen Land hart daran arbeiten, sicherzustellen, dass die Amerikaner in diesem Herbst Zugang zu freien und fairen Wahlen haben, können wir nicht tatenlos zusehen und Unternehmen, die zu diesem Problem beitragen, Ressourcen zur Verfügung stellen.“

Sollte der Boykott größere Ausmaße annehmen, könnte er Facebook dort treffen, wo es für den Internetgiganten am schmerzvollsten ist. Die Werbeerlöse sind Facebooks bei Weitem wichtigste Einnahmequelle, sie machen fast den gesamten Umsatz des Konzerns aus, der im ersten Quartal bei rund 17,7 Milliarden US-Dollar (rund 15,8 Milliarden Euro) lag. 

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