11.06.2020 07:01 |

Diskriminierung

Die Pannen-Parade im Paracelsusbad geht weiter

Es sind mehr als kleine Hoppalas, die beim Paracelsusbad seit seiner Wiedereröffnung vergangenen Herbst schief gelaufen sind: Schon in der Bauphase gab es Probleme, wie einen überfluteten Keller. Seit der Eröffnung sorgten tiefe Einblicke in die Umkleidekabinen und zu hohe Chlorwerte im Kinderbecken für Aufregung. Jetzt ist es die Badeordnung, die offenbar Behinderte diskriminiert.

Ab 15. Juni stehen die Tore zum Paracelsusbad wieder offen! Nur nicht allen, wie der Salzburger Monitoring-Ausschuss kritisiert. Demzufolge würde die Badeordnung Menschen mit Behinderung diskriminieren. So wird laut Bericht Menschen mit „geistiger Behinderung“ generell Zutritt und Aufenthalt verwehrt, wenn diese keine „geeignete Betreuungsperson“ mitbringen. Dasselbe gilt für „Blinde und Personen, die sich ohne fremde Hilfe nicht fortbewegen oder aus- und umkleiden können“ und für Kinder unter sieben Jahren. „Diese Zutrittsbeschränkungen stellen eine Diskriminierung dar und stehen im Widerspruch zum Bundesbehindertengleichstellungsgesetz und zur UN-Konvention“, stellt Ausschuss-Vorsitzende Karin Astegger fest.

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BesucherInnen mit Neigung zu Krampf-, Ohnmacht- oder Epilepsieanfällen, Herzkreislauferkrankungen sowie geistigen Behinderungen, ist der Zutritt und Aufenthalt nur mit einer geeigneten Betreuungsperson gestattet. Kinder bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres, Blinde und Personen, die sich ohne fremde Hilfe nicht fortbewegen oder aus- und umkleiden können, dürfen das Freizeitbad nur in Begleitung einer volljährigen und geeigneten Aufsichtsperson besuchen. Es gilt die allgemeine Aufsichtspflicht im Freizeitbad durch die Erziehungsberechtigten.

Haus- und Badeordnung für das Paracelsus Bad & Sauna

Neos-Gemeinderat Lukas Rößlhuber machte die Kritik publik: „Dass die Stadt Salzburg im neuen Bad Behinderte benachteiligt, damit hätte ich niemals gerechnet. Die Behindertenbeauftragte der Stadt hätte aktiv werden müssen.“ Rößlhuber fordert, die Empfehlung des Landes-Monitorings sofort umzusetzen.

Bürgermeister lässt die Vorwürfe prüfen

Der ressortverantwortliche Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) leitete den Bericht unverzüglich an die zuständige Tourismus Salzburg GmbH weiter. „Dort wird man die Vorwürfe prüfen“, sagt Preuner. Vom Betriebsleiter des Paracelsusbads gab es dazu keine Stellungnahme.

Es ist nicht die erste Panne, die beim Bad passierte: In der Bauphase wurde der Keller überflutet, nach Eröffnung sprang der Restaurant-Pächter ab, dann wurden zu hohe Chlorwerte im Kinderbecken gemessen, ehe tiefe Einblicke in die Umkleidekabinen die Passanten belustigten. Jetzt kam die Panne besonders ungünstig: Gerade am Mittwoch verkündeten die Verantwortlichen die für 15. Juni geplante Wiedereröffnung.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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