10.06.2020 11:21 |

75-Jähriger umgestoßen

Trump nennt Polizeiattacke „abgekartetes Spiel“

Die Polizeiattacke auf einen 75-jährigen Demonstranten in der US-Stadt Buffalo sorgte vergangene Woche für Empörung - jetzt hat Präsident Donald Trump auf Twitter von einem möglichen „abgekarteten Spiel“ gesprochen. Bei dem Demonstranten Martin Gugino könnte es sich um einen „Antifa-Provokateur“ handeln, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst.

„Ich habe es mir angeschaut, er ist härter gefallen, als er gestoßen wurde.“ Gugino habe außerdem anscheinend „die Polizeikommunikation gescannt, um die Ausrüstung auszuschalten“, schrieb der Präsident weiter. Womöglich handle es sich um ein „abgekartetes Spiel“.

Ein Video von der Polizeiattacke auf Gugino in Buffalo im Bundesstaat New York hatte vergangene Woche für Empörung gesorgt: Bei Demonstrationen gegen Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd hatten zwei Polizisten den 75-Jährigen niedergestoßen. Gugino fiel rücklings auf den Boden und blieb regungslos und blutend liegen. Er befindet sich nach wie vor im Krankenhaus.

Polizisten vom Dienst suspendiert
Die beiden Polizisten wurden suspendiert. New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo verurteilte ihr Vorgehen als „vollkommen ungerechtfertigt und äußerst schändlich“.

In seinem Tweet verwies Trump am Dienstag auf den Rechtsaußen-Sender OANN, der immer wieder Verschwörungstheorien verbreitet. OANN hatte berichtet, bei dem Vorfall in Buffalo habe es sich womöglich um eine „Provokation“ der Antifa gehandelt. Gugino habe versucht, mit seinem Handy die Polizeikommunikation zu scannen.

Scanner-Apps am Handy sind legal
Das Video von dem Vorfall zeigt, dass der Demonstrant ein Handy in seiner Hand hält, als er sich den Polizisten nähert. Scanner-Apps, mit denen der Funkverkehr von Polizisten abgehört werden kann, sind in den USA legal und weitverbreitet.

Trump, der wiederholt die Antifa für Ausschreitungen am Rande der Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus verantwortlich gemacht hat, setzte seinen Tweet wenige Stunden vor George Floyds Beisetzung in Houston ab. Floyd war vor zwei Wochen bei einem brutalen Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis getötet worden. Ein weißer Polizist drückte sein Knie fast neun Minuten lang auf den Nacken des Afroamerikers, obwohl Floyd wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

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