09.06.2020 10:00 |

Image-Korrektur

Tirols Tourismus will seine sanfte Seite ausleben

Die Krise hat den Tiroler Tourismus erschüttert. Das Image hat schwer gelitten. Politik und Tourismuswerbung versuchen, das Bild zurechtzurücken und stellen den naturnahen Tourismus heuer besonders ins Rampenlicht. Den hat es in Tirol immer auch schon gegeben - doch jetzt soll er von der Nische ins Zentrum rücken.

Der heurige Sommer wird anders. Doch er könnte für Tirols Tourismus besser als befürchtet werden. Der oberste Tirol-Werber Florian Phleps spricht von einer „guten Buchungslage“ für Juli und August. Offene Grenzen sei dank! Er spricht von „erfreulicher Nachfragen“ auch von Gästen aus Österreich. Und er spricht davon, dass laut einer Umfrage 47 Prozent der Gäste ihren Aufenthalt in Tirol als Natururlaub sehen.

Blick auf Natur durch Lifte und Autos verstellt
Doch der Blick auf die Tiroler Natur ist dort und da von zu vielen Liftstützen, zu lauten Après-Ski-Lokalen und endlosen Autokolonnen verstellt. Das soll sich ändern - zumindest geloben das einige Politiker und Touristiker. LHStv. Ingrid Felipe von den Grünen sieht die Zeit eines naturnaheren Tourismus für das Land gekommen. Sie spricht von „Fehlentwicklungen“ in den vergangenen Jahren und davon, dass man die Spitzen dieser Verirrungen abschleifen müsse.

Felipe hat auch Beispiele parat: „Exzessives Après-Ski, zu frühe Beschneiung, das Sprengen von Berggipfeln.“ Die Umwelt-Referentin ist zum Beispiel froh, „dass sich die Projekt-Werber der Gletscher-Ehe zwischen Pitztal und Ötztal eine Nachdenkpause verordnet haben“. Und sie glaubt, dass so manche Großinvestition nach Corona vom Tisch ist.

Tiroler Naturparks als Vorbild für Tourismus
Ganz aktuell geht es aber um die Rettung der Sommersaison. Die Tirol Werbung fokussiert mit den Slogan „Es geht Bergauf“ heuer voll und ganz aufs Wandern. Natur beobachten, was erleben – aber ohne großen ökologischen Fußabtritt. Dieses Bild wird in der Werbung gerne gezeichnet. Die Praxis sieht meistens anders aus.

Doch es gibt sie, die sanften Seiten des Tourismus. Die fünf Tiroler Naturparks und der Nationalpark zeigen es vor. Hermann Sonntag vom Naturpark Karwendel verweist auf 250 Veranstaltungen pro Jahr, die trotz Naturschutz im Karwendel möglich sind: „Man braucht nur eine Landschaft, die etwas zu erzählen hat.“ Und etwas Ruhe, damit man sie auch hört.

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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