Krisenhilfe OÖ:

Die Krise ist für die Seele noch nicht vorbei

Die Corona-Pandemie hat vieles auf den Kopf gestellt – und tut es noch. Für manche Oberösterreicher führte die außergewöhnliche Situation zuerst zur „Schockstarre“, wie es Sonja Hörmanseder von der Krisenhilfe OÖ nennt. Heute ortet sie neue Belastungen: „Wir haben Anrufer, die vorher nie psychische Probleme hatten.“

„Krone“: Ihre Bilanz der Krisenzeit?
Sonja Hörmanseder: Es ist uns nie fad geworden. Nach den ersten Maßnahmen Mitte März erlebten wir eine Schockstarre. Auch jene, die sonst jeden Tag anrufen, meldeten sich nicht. Doch nach ein paar Tagen hatten wir ausreichend Anrufe, manchmal bis zu hundert täglich. Im Durchschnitt haben wir jetzt täglich rund 80 Kontakte – Telefon, Online, persönliche Gespräche.

„Krone“: Welche Probleme stehen jetzt im Vordergrund?
Sonja Hörmanseder: Depressionen von Menschen, die vorher nie psychische Probleme hatten. Viele kämpfen mit Unsicherheiten, etwa durch drohenden Arbeitsplatzverlust. Keine Perspektive, Existenzängste, auch häusliche Gewalt bleibt Thema.

„Krone“: Wann wird der Druck auf uns alle besser?
Sonja Hörmanseder: Ich glaube wir stehen erst am Anfang, wir spüren langsam die Reaktionen auf die ungewöhnliche Belastungssituation, die wir alle erlebt haben. Bei Firmen kommt noch einiges, viele werden erst in den nächsten Wochen merken, dass es sich doch nicht mehr ausgeht und sie sperren zu.

„Krone“: Aber es gibt schon viel Normalität.
Sonja Hörmanseder: Aber doch richtige Entlastung gibt es erst, wenn das Virus weg ist.

„Krone“: Wie sehen Sie das soziale Netz in Oberösterreich?
Sonja Hörmanseder: Es ist gut aufgestellt. Die Krisenhilfe mit der 24-Stunden-Hotline gehört dazu - das gibt es in anderen Bundesländern gar nicht.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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