14.05.2020 07:02 |

Auch Land kassiert

Tourismusabgabe tröpfelt in die Festspiele

Während Niederösterreich heuer darauf verzichtet, fordert das Land Salzburg von allen Unternehmern die volle Tourismusabgabe. Dabei fließt das Geld aber nicht nur in die Tourismusverbände. Das Land kassiert eine Einhebevergütung und ein Bruchteil der Summe wandert jedes Jahr zu den Salzburger Festspielen.

Salzburgs Unternehmer ächzen in Anbetracht der fälligen Pflichtabgabe. Jedes Jahr müssen alle Betriebe im Land einen Teil ihres Umsatzes an das Landesabgabenamt bezahlen. Im Schnitt kommen so 38 Millionen Euro zusammen. Heuer gibt es zwar die Möglichkeit einer zinsfreien Stundung, darauf verzichten wollen aber weder der ressortzuständige Landeshauptmann Wilfried Haslauer, noch die Tourismusverbände. Entgegen Behauptungen denkt auch kein Verband daran, die Abgabe zu senken, betont Stefan Passrugger, Sprecher der Tourismusdirektoren: „Uns ist schon die Ortstaxe weggebrochen. Wir brauchen die Abgabe dringend, sonst haben wir kaum Einnahmen.“

Die Mittel landen aber nicht nur bei den Tourismusverbänden. Das Land Salzburg streicht 6,5 Prozent Einhebevergütung ein. In Zahlen sind das etwa 2,5 Millionen Euro. Von der übrigen Summe gehen 90 Prozent an die Verbände, zehn Prozent landen im Topf des Tourismusförderungsfonds (TFF). In Zahlen sind das rund 3,5 Millionen Euro. Dieser Fonds finanziert neben Tourismusprojekten auch die Salzburger Festspiele. Das Land Salzburg ist gesetzlich dazu verpflichtet, 20 Prozent der jährlichen Abgänge zu bezahlen. Im Jahr 2019 waren das rund 3,4 Millionen Euro, etwa die Hälfte des TFF. Man kann also sagen: Die Unternehmer finanzieren nicht nur die Verbände, sondern zu einem Teil auch die Festspiele.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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