04.05.2020 13:00 |

Hahntennjoch:

Der „Lärm-Virus“ scheint nicht ausrottbar

Vergangene Woche wurde die Hahntennjochstraße vom Schnee befreit, die Anrainer jedoch nicht von ihren Sorgen. Die Motorradsaison steht vor der Türe. Für Außerferner und Imster heißt es bald wieder: Lärm aushalten! Für das Transitforum ist die jüngste Maßnahme des Landes ein „ verordneter Freibrief für Krawall“.

Für Fritz Gurgiser und seine Transitforumaußenstelle „Xund‘s Leben im Lechtl“ ist es ein langwieriger Kampf gegen Windmühlen. Den helfenden Aufwind von Seiten des Landes im Kampf gegen das Röhren der Biker vermisse man. Eine teure Motorradlärmstudie sei zu wenig, man fordere taugliche Maßnahmen.  Die erhoffte Maßnahme – auch von Experten vorgeschlagen – wäre ein Sonntagsfahrverbot für Motorräder. Im Landhaus wurde allerdings diesbezüglich schon abgewunken. Es sei nicht durchsetzbar.

Verbot mit Placeboeffekt
„Wie wir aus gewöhnlich sehr gut informierten Kreisen der Abteilungen der Tiroler Landesregierung erfahren, ist nun ein teilweises Placebo-Motorradfahrverbot in Planung“, schüttelt Gurgiser den Kopf. Geplant sei, dass Motorräder, die in der Zulassung einen Lärmpegel von mehr als 95 Dezibel eingetragen haben, den Pass nicht befahren dürfen. Für das Transiturgestein ein „von Amts wegen verordneter Freibrief für Krawall“.

Es existiere seit 2016 eine Bestimmung bei Neuzulassungen für alle Freunde röhrender Auspuffe, die den maximalen Schallpegel ohnehin auf 73 bis 77 Dezibel begrenzt. „Die geplante Regelung betrifft höchstens sieben Prozent der in Österreich zugelassenen Motorräder“, wettert Gurgiser, der das Aufstellen von über 100 relevanten Verkehrszeichen als neuerliche Verschwendung von Steuergeld sieht. Darüber hinaus sei dieses Verbot auch nicht exekutierbar: „Soll die Polizei jeden Biker anhalten, am Stand den Lärmpegel messen und ihn dann einfach weiterfahren lassen, wenn er unter 95 Dezibel ist?“

Lärm-Virus muss genauso bekämpft werden
In Zeiten wie diesen spreche jeder von Gesundheit. Spätestens jetzt, da das Hahntennjoch wieder befahren wird, sei die notwendige Reduktion des Lärmes durch Freizeitbiker sicher zu stellen und das „Lärm-Virus“ mit der gleichen Intensität zu bekämpfen wie das Coronavirus. Beide würden nämlich die Gesundheit der Menschen gefährden.

Hubert Daum
Hubert Daum
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