75 Jahre ÖGB

„Alle werden ihren Beitrag leisten müssen“

Am 15. April 1945 wurde der Österreichische Gewerkschaftsbund in Wien gegründet, einen Monat später auch in Oberösterreich. Diese 75 Jahre können derzeit nicht groß gefeiert werden. ÖGB-Landeschef Johann Kalliauer blickt aber ein wenig zurück und auch voraus.

„Krone“: Momentan sind Sie ja vor allem Chef einer Organisation des Krisenmanagements.
Johann Kalliauer: Wir sind Teil davon, und das war eigentlich bei der Gründung damals genauso. Und die ganzen 75 Jahre lang war der ÖGB immer ein wesentlicher Faktor dafür, dass Österreich heute so dasteht, an der Spitze Europas. Wir hatten natürlich immer die Interessen der Arbeitnehmer im Fokus – das aber mit Augenmaß.

„Krone“: Aber die Krise ist trotzdem allerorts tiefgreifend.
Kalliauer: Wir würden heute noch blöder dreinschauen angesichts Corona, wenn wir nicht ein halbwegs funktionierendes Gesundheitssystem und einen Sozialstaat hätten. Beides haben wir immer verteidigt.

„Krone“: Wie geht das mit dem Verteidigen jetzt weiter?
Kalliauer: Es wird unsere Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass die Krisenfolgen nicht nur von den Arbeitnehmern finanziert werden.

„Krone“: Sie möchten Erbschafts- und Vermögenssteuern?
Kalliauer: Ja, alle müssen ihren Beitrag leisten. Denn à la longue wird es nicht gehen, dass die Arbeitnehmer 75 oder 80 Prozent des gesamten Steueraufkommens tragen. Da stellen sich wieder einmal Verteilungsfragen.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Donnerstag, 15. April 2021
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