20.04.2020 12:12 |

Zahl steigt rasant an

Kurzarbeit: Schon 900.000 Arbeitnehmer betroffen

Kurzarbeit ist weiter stark gefragt. Vorige Woche kamen Anträge für 270.000 Arbeitsplätze dazu. In Summe lagen am vergangenen Freitag 63.189 bewilligungsfähige Anträge auf Kurzarbeit für 871.039 Stellen vor - eine Erhöhung um fast die Hälfte gegenüber dem Freitag davor (608.000 Jobs). Dazu kamen laut Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) noch 15.663 Anträge mit fehlenden Daten.

Alleine die schon genehmigten 39.298 Anträge kosten 4,3 Milliarden Euro - bei einem Kurzarbeitstopf, der erst vorige Woche auf fünf Milliarden Euro aufgestockt worden war. „Die ersten Gelder werden bereits diese Woche fließen“, verspricht Aschbacher in der Aussendung. „Dennoch bitten wir weiterhin um Geduld.“ Denn zu Spitzenzeiten gebe es Tausende eingereichte Abrechnungen pro Tag. Aschbacher empfiehlt, auf die Liquiditätshilfen des Finanzministeriums und der Hausbank zurückzugreifen.

Ab sofort seien die Unterlagen für die Abrechnung online, schreibt Aschbacher. Wobei Projekte abgerechnet werden könnten, die bereits genehmigt sind. Erklärvideos gebe es unter http://www.ams.at/kurzarbeit. Auch die Hotline des Finanzministeriums unter der Telefonnummer 050233770 stehe für Fragen zur Verfügung.

Die Buchhaltungsagentur des Bundes unterstütze das Arbeitsmarktservice (AMS) bei der Abrechnung und sorge für eine schnellstmögliche Prüfung und Auszahlung. Auch werde das Arbeitsministerium in den kommenden Tagen zur Erleichterung der endgültigen Lohnabrechnung Auslegungshilfen auf der Homepage zur Verfügung stellen. Für die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe sei keine vollständige und endgültige Lohnabrechnung notwendig.

Wien als Spitzenreiter
Spitzenreiter bei Kurzarbeitsanträgen ist Wien mit 19.139 Anträgen, gefolgt von Niederösterreich mit 13.691 und Oberösterreich mit 12.877 Anträgen. Die weitere Verteilung nach Bundesländern: Steiermark 9700 Anträge, Tirol 7253 Anträge, Salzburg 5989 Anträge, Vorarlberg 4497 Anträge, Kärnten 3976 Anträge, Burgenland 1730 Anträge.

Das AMS Wien wies in einer Aussendung am Montag darauf hin, dass am Samstag rund 10.000 Projekte und damit gut die Hälfte der Anträge genehmigt waren. Unternehmen müssten auch keine Abänderungsanträge stellen, wenn nun mehr gearbeitet werde als ursprünglich geplant. Solange der Ausfall der Arbeitszeit zwischen zehn und 90 Prozent liege und am Ende korrekt abgerechnet werde, gebe es keine Probleme.

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