16.04.2020 10:34 |

Hohe Trefferquote

KI aus Wien erkennt Covid-19 auf Röntgenbildern

Das Wiener KI-Labor Deep Insights hat im Kampf gegen Covid-19 eine Künstliche Intelligenz entwickelt, welche die Krankheit auf CT- und Röntgenbildern der Lunge mit sehr hoher Trefferquote erkennt - auch ohne Corona-Test. Die Brüder Aaron und Hamilton Kaplan, die das System gemeinsam mit dem Radiologen Domagoj Javor entwickelt haben, stellen es auf Open-Source-Basis kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Eine fortgeschrittene Covid-19-Infektion der Lunge sei auf Computertomographien oft besser zu erkennen als mit den üblichen Rachenabstrich-Tests, berichtet das IT-Portal „Heise“. Da liegt es nahe, nicht nur mit Tests, sondern auch mit der Analyse von Bildern Diagnosen zu stellen. Um Ärzte dabei zu unterstützen, hat Deep Insights eine Künstliche Intelligenz entwickelt, die nach den typischen Mustern einer Covid-19-Erkrankung sucht. Trainiert wurde das System mit Tausenden anonymisierten Bildern.

Mit hochauflösenden CT-Aufnahmen der Lunge erreicht das System aus Wien eine Erkennungsleistung von 90 Prozent. Grundsätzlich funktioniere es auch mit einfacheren Röntgenbildern, dadurch sinke aber die Erkennungsleistung. Die Entwickler sind zur weiteren Optimierung ihrer KI derzeit auf der Suche nach Institutionen, die weitere anonymisierte Aufnahmen liefern können.

„Zum Wohle der Menschheit“ Open-Source
Deep Insights hat seine Künstliche Intelligenz unter Open-Source-Lizenz ins Netz gestellt - „zum Wohle der Menschheit“, wie es auf der zugehörigen Website heißt. Das System darf somit von jedermann genutzt, weiter entwickelt und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Die Entwickler ermutigen Ärzte und Programmierer explizit, dies zu tun.

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Der Mensch muss letztlich aufgrund seines reichen Erfahrungsschatzes die richtige Diagnose stellen. Deshalb kann und soll die Lösung nur ein weiteres Werkzeug im Werkzeugkasten der Mediziner sein.

KI-Entwickler Aaron Kaplan

Dabei sollte man sich aber im Klaren darüber sein, dass die KI keinen Arzt ersetze, mahnt einer der Entwickler. Aaron Kaplan: „Der Mensch muss letztlich aufgrund seines reichen Erfahrungsschatzes die richtige Diagnose stellen.“ Die KI kenne ja nur ein CT- oder Röntgenbild der Lunge und wisse nichts über den übrigen Zustand des Patienten. „Deshalb kann und soll die Lösung nur ein weiteres Werkzeug im Werkzeugkasten der Mediziner sein.“

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