„Besonders betroffen“

Regierung schnürt Hilfspaket für Start-ups

Politik
16.04.2020 09:52

Die Corona-Krise hat Österreichs Start-up-Szene heftig getroffen, weshalb die Regierung nun ein eigenes Hilfspaket für neu gegründeten Unternehmen geschnürt hat. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) und Klimaschutz- und Innovationsministerin Leonore Gewessler (Grüne) präsentierten am Donnerstag die Maßnahmen, die den Start-ups durch die wirtschaftlich stürmischen Zeiten helfen sollen. Als Beauftragter für diesen Bereich wurde Michael Aufrichter, bekannter Investor aus der TV-Show „2 Minuten 2 Millionen“, engagiert.

Schramböck betonte, dass die Start-ups wichtig für den wirtschaftlichen, aber auch den technologischen Fortschritt Österreichs seien: „Sie schaffen die Märkte von morgen und damit auch Arbeitsplätze.“ Die Corona-Pandemie entziehe gerade diesen Unternehmen, die oft nicht über Banken, sondern mit privatem Kapital finanziert sind, den wirtschaftlichen Boden. „85 Prozent aller Start-ups leiden unter der Krise, kämpfen mit finanziellen Engpässen und Umsatzeinbrüchen“, so die Wirtschaftsministerin.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP)

150 Millionen Euro in Start-up-Fonds
Zwar könnten sich Start-up-Gründer auch an den Härtefallfonds wenden bzw. auf Kurzarbeit setzen, doch manche Maßnahmen seien in diesem Bereich nicht anwendbar. Daher habe man sich entschieden, ein eigenes Maßnahmenpaket zu schnüren. 150 Millionen Euro sollen als Covid-Start-up-Fonds zur Verfügung gestellt werden, 100 Millionen davon finanziert der Staat, 50 Millionen private Investoren. Eine Rückzahlung müsse hier nur im Erfolgsfall passieren. Als zweite Maßnahme wurde ein Venture Capital Fonds für Start-ups eingerichtet, die bereits eine Finanzierungsrunde abschließen hätten können, aber durch die Krise zurückgeworfen wurden.

Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne) (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Infrastrukturministerin Leonore Gewessler (Grüne)

Innovationsministerin Gewessler sagte, man wisse nun, „wie sich Krise anfühlt“. Um nicht in eine „ausgewachsene Wirtschaftskrise“ zu schlittern, sei die Regierung auf vielen Ebenen aktiv geworden: „Unser Hilfspaket soll Mut machen, Innovationen fördern und neue Ideen unterstützen.“ Neben den neuen Maßnahmen werden auch bisherige Unterstützungen für Start-ups fortgeführt, so Gewessler. Aus dem Innvationsministerium wurden 4,4 Millionen Euro für das SEED-Programm, das besonders Start-ups im Umweltbereich fördert, zur Verfügung gestellt. 

Start-up-Beauftragter Michael Altrichter (Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)
Start-up-Beauftragter Michael Altrichter

„Massensterben, wenn nicht gehandelt wird“
Michael Altrichter, neuer Start-up-Beauftragter der Regierung, sagte, die Gesundheit stehe natürlich an erster Stelle - „aber ein erfolgreiches Wirtschaftsleben gehört nun einmal auch dazu“. Start-ups in Österreich konnten bereits 17.500 Arbeitsplätze schaffen, doch gerade die jungen Unternehmen, die gerade erst ihr Produkt entwickeln, hätten ein größeres Gefährungspotenzial. „Wenn hier nicht gehandelt wird, kommt es im Start-up-Bereich zu einem Massensterben“, warnte der Investor. Bei einem derartigen Marktversagen müsse der Staat Hilfe leisten, so Altrichter.

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