"Rücksichtslos"

Mann attackierte Hubschrauber – ein Jahr Gefängnis

Ausland
04.08.2010 11:31
Weil er angeblich einen Hubschrauber attackiert und mit bloßen Händen beinahe zum Absturz gebracht hätte, muss ein 58-jähriger Engländer für ein Jahr ins Gefängnis. Der Verurteilte, ein Geschäftsmann aus Bristol, leugnete die bereits im März des vergangenen Jahres begangene Tat. "Ich bin viel zu dick, meine Füße haben sich gar nicht vom Boden bewegt, um gegen den Helikopter zu treten", sagte er mit Tränen in den Augen auf der Anklagebank.

Auslöser für seine Attacke war eine Hubschrauber-Landung auf einer Wiese neben der Luxus-Wohnung des Mannes. Die Maschine wirbelte mit ihren Rotorblättern Staub auf und machte den frisch geputzten Geländewagen des 58-Jährigen schmutzig. Außerdem sei er vom Lärm des Hubschraubers unmittelbar neben seiner Wohnung genervt gewesen, führte er laut "Daily Mail" zu seiner Verteidigung an.

"Gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr"
Was danach passierte, bezeichnete der Richter laut einem Bericht der BBC als "rücksichtslos und sehr gefährlich", die Tat des Mannes sei ein "gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr" gewesen. Der Mann ging nach Überzeugung des Gerichts auf den mit vier Personen besetzten Hubschrauber los, warf eine mit Hühnerbeinen gefüllte Plastiktüte in die Rotorblätter und trat gegen die Kufen. 

Der erfahrene Pilot hob ab, um dem aufgebrachten Mann zu entgehen. Dieser ließ sich aber laut Anklage nicht abschütteln und ergriff mit den Händen eine der Kufen. Der Pilot wurde zu einem gefährlichen Manöver gezwungen und schrammte nur knapp an einer Hauswand vorbei. Augenzeugen sagten, sie seien sich sicher gewesen, der Hubschrauber werde abstürzen.

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