11.04.2020 08:35 |

Sonntagsfahrplan gilt

ÖBB schicken 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit

Auch die ÖBB müssen Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Nun wurde erstmals eine konkrete Zahl genannt, wie viele Arbeitnehmer voraussichtlich betroffen sein werden. Am Samstag erklärte ein Bundesbahnen-Sprecher, dass es sich um bis zu 10.000 Angestellte handeln wird, die diese Maßnahme trifft.

Schon länger ist bekannt, dass die ÖBB, wie viele andere Unternehmen das bereits getan haben, zu dieser Maßnahme greifen muss. Ende März war noch von Tausenden Betroffenen die Rede. Die Zahl von 10.000 Mitarbeitern, die laut einem Medienbericht am Samstag in Kurzarbeit gehen werden, sei eine „vorläufige Schätzung. Derzeit sind wir von dieser Zahl aber noch ein großes Stück entfernt“, bestätigte ein Sprecher den Beitrag im ORF-Radio-Ö1-„Morgenjournal“.

Postbus, Reisebüro und Rail Cargo Group stark betroffen
„Die Kurzarbeit ist innerhalb des ÖBB-Konzerns mit Stichtag 1. April angelaufen, entsprechende Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und Management der jeweiligen Gesellschaften sind in Arbeit beziehungsweise abgeschlossen“, so der ÖBB-Sprecher. Betroffen sind vor allem jene Bereiche der Bundesbahnen, in denen wesentlich weniger Verkehr und Geschäft stattfindet.

Beim Postbus, der zu den ÖBB gehört, fahren derzeit beispielsweise keine Schüler. Das Reisebüro Railtours leidet logischerweise ebenso sehr unter der Corona-Krise und den Reisebeschränkungen. Allerdings kommen nächste Woche auch „größere Teile“ der Rail Cargo Group in Kurzarbeit. Das Frachtvolumen ist derzeit um ein Viertel bis zu einem Drittel geringer, als es das vor einem Jahr war.

Sonntagsfahrplan gilt weiterhin - mit Verstärkerzügen für Pendler 
Weiter angewendet wird der Sonntagsfahrplan. Für nun langsam zurückkehrende Pendler werden früh und abends etwas mehr Kapazitäten geschaffen. „Für das teilweise Hochfahren der Wirtschaft beziehungsweise vor allem des Handels sind wir gerüstet“, verspricht der Bahnsprecher. Der Sonntagsfahrplan bleibt aber, „mit Verstärkerzügen in den Früh-und Abendstunden“. Es gehe um einige Dutzend zusätzliche Züge mit entsprechend Sitzplatzkapazitäten, die zum Sonntagsfahrplan dazukommen werden. Zuletzt waren um 80 bis 90 Prozent weniger Fahrgäste unterwegs.

Zu der Maskenpflicht in Öffis, also auch in Zügen der ÖBB, gibt es bei der Staatsbahn kommende Woche eine Infokampagne. „Wir setzen da stark auf die Eigenverantwortung und das Verständnis unserer Fahrgäste“, bekräftigte der Bahnsprecher.

Etwa zehn Passagiere teilen sich derzeit 200-Meter-Zug
Mit dem Abstandhalten gibt es aktuell ohnehin kein Problem in Zügen: „In den Railjets von Wien nach Graz waren zuletzt in manchen Zügen weniger als zehn Fahrgäste unterwegs.“ Und diese zehn teilten sich einen 200 Meter langen Zug. Oder: Kürzlich sind aus einem Cityjet, der am Westbahnhof ankam nicht mehr als 15 Leute ausgestiegen - bei mehr als 250 Sitzplätzen im Zug.

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