11.04.2020 02:35 |

500.000 Infizierte

Trump in Corona-Krise: „Möchte geleitet werden“

Lange hatte er die Situation, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst worden war, nicht als Krise wahrgenommen - nun stellt die Pandemie US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben vor die größte Entscheidung seines Lebens. Es werde eine bedeutende Entscheidung sein, wann und wie die USA wieder zur Normalität zurückkehren könnten, machte Trump am Freitag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus deutlich: „Das ist mit Abstand die größte Entscheidung meines Lebens.“ Und er wählte für ihn ungewöhnliche Worte: „Ich möchte geleitet werden“, sagte Trump, der sich sonst gerne als Macher darstellt und nicht mit Eigenlob spart. Mit zahlreichen Aussagen sorgte der Präsident erneut für Kopfschütteln.

Er werde die schwierige Lösung in Abstimmung mit „den klügsten Menschen“ finden, so Trump bei seiner täglichen Pressekonferenz. Er kündigte an, voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorzustellen, das über die Öffnung des Landes beraten soll. „Ich möchte ihre Ansichten darüber, was sie denken“, sagte Trump, der dann entscheiden werde. „Ich hoffe bei Gott, dass es die richtige Entscheidung sein wird“, so der US-Präsident. Auf die Frage, auf welche Zahlen er sich berufen werde, um seine Entscheidung zu treffen, antwortete Trump, indem er auf seinen Kopf zeigte: „Das sind meine Messwerte.“

„Aggressive Strategie rettete unzählige Leben“
Teil des „Rats zur Öffnung unseres Landes“, wie Trump die Arbeitsgruppe nannte, seien parteiübergreifende Experten aus verschiedenen Teilen des Landes. Trump machte erneut deutlich, dass er das Land so schnell wie möglich wieder öffnen wolle - und wies auf Gefahren des Zu-Hause-Bleibens hin: Auch das könne in der Coronavirus-Krise zum Tod führen - „vielleicht eine andere Art von Tod“, warnte er. Ansonsten gab sich der US-Präsident gewohnt selbstbewusst, dass die „aggressive Strategie“ des Landes „unzählige Leben“ rette. Es seien „gewaltige Fortschritte“ erzielt worden, wie die Daten beweisen würden.

„Wissen, dass es vorbei ist, wenn die Leute nicht mehr in die Spitäler gehen“
Auch darüber hinaus sorgte Trump mit seinen Aussagen für Kopfschütteln: So behauptete er, dass Antibiotika gegen dieses „intelligente, böse Virus“, den „brillianten Feind“ nicht helfen würden, obwohl sie „immer geholfen“ hätten - was natürlich nicht stimmt, denn Antibiotika sind wirksam gegen Bakterien, nicht bei Viren. Einer flächendeckenden Testung erteilte er eine Absage, weil man ohnehin merken würde, dass die Epidemie vorbei ist, „wenn die Menschen aufhören, in die Spitäler zu gehen und krank zu werden“. Trotzdem seien die „amerikanischen Tests“ die „besten, die alle haben wollen“.

Fast 500.000 US-Amerikaner mit Coronavirus infiziert
In den USA sind mittlerweile fast 500.000 Menschen (Stand 2 Uhr früh am Karsamstag MESZ) mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert. 18.000 Menschen sind bereits gestorben. Vor allem New York City ist betroffen: Fast 6000 Tote hat die Stadt zu beklagen. Nur in Italien sind mit knapp 19.000 bisher noch mehr Menschen der gefährlichen Lungenkrankheit Covid-19 erlegen, die durch das Virus ausgelöst werden kann.


US-Konzern startet klinische Tests zur Behandlung

Unterdessen begann der US-Arzneimittelkonzern Eli Lilly nach eigenen Angaben mit klinischen Tests zur Erprobung von Therapien zur Behandlung der Lungenkrankheit. Das Unternehmen habe eine Vereinbarung mit dem Nationalen Institut für Allergien und Infektionskrankheiten geschlossen, um die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffes Baricitinib in diesem Zusammenhang zu untersuchen. Eli Lilly hatte das Medikament mit dem Markennamen Olumiant bisher zur Behandlung von Neurodermitis erprobt.

Die neue Studie solle noch im April in den USA anlaufen und später auf Europa und Asien ausgeweitet werden, erklärte das Unternehmen. Mit Ergebnissen werde binnen zwei Monaten gerechnet.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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