09.04.2020 19:45 |

Sport/Kultur betroffen

ORF meldet 570 Mitarbeiter zur Kurzarbeit an

Der ORF meldet wegen der Corona-Krise 570 seiner rund 3000 Mitarbeiter zur Kurzarbeit an. Sie werden ab 13. April für drei Monate zur Hälfte 50 Prozent und zur Hälfte zehn Prozent Kurzarbeit leisten, bestätigte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Er erwartet, dass die Maßnahmen in den kommenden drei Monaten fünf Millionen Euro an Einsparungen bringen.

Betroffen seien alle Bereiche, die derzeit wegen der Absage von Kultur- und Sport-Veranstaltungen sowie von Eigenproduktionen ihrer Tätigkeit nicht in vollem Umfang nachgehen könnten. Die Information und jene Bereiche der Technik, die derzeit besonders gefordert seien, seien ausgenommen.

Drittel der Sportmitarbeiter arbeitet im aktuellen Informationsbereich
Wie die „Kleine Zeitung“ berichtete, habe man außerdem zunächst nach Möglichkeit intern umgeschichtet. So arbeite etwa ein Drittel der Mitarbeiter aus dem Sport im aktuellen Informationsbereich, sagte Wrabetz. Auch der Infrastrukturbereich werde heruntergefahren, vom Postdienst bis zu Baumaßnahmen. 

„Auch wenn sich die Werbung erfreulicherweise beginnt, auf einem niedrigen Niveau zu stabilisieren, ist nicht davon auszugehen, dass wir die auftretenden Verluste ausgleichen können. Daher sind auch auf der Kostenseite durch die Geschäftsführung alle Maßnahmen zu ergreifen, um den ORF auch wirtschaftlich stabil zu halten“, schreibt Wrabetz in einem Brief an die Mitarbeiter.

Schichtwechsel im Isolationsbereich am Küniglberg
Im Isolationsbereich am Küniglberg steht indes ein weiterer Schichtwechsel an. Am 14. April lösen Johannes Marlovits und Susanne Höggerl das Duo Tarek Leitner und Nadja Bernhard ab. Tobias Pötzelsberger übernimmt die Mittags- und Sonder-„ZiB“s von Margit Laufer, teilte der ORF mit. Die Isolationszonen an den verschiedenen Standorten des ORF, in denen sich pro Turnus insgesamt rund 250 Mitarbeiter befinden, sollen jedenfalls bis 10. Mai aufrecht bleiben. Die Home-Office-Regelung wird zumindest bis Ende Mai verlängert.

Niedrige einstellige Zahl an Corona-Fällen im Unternehmen
Im Unternehmen gebe es „eine niedrige einstellige Zahl“ an Corona-Fällen, sagte Wrabetz zum „Horizont“. Die betroffenen Mitarbeiter seien aber rechtzeitig zu Hause geblieben ist, sodass keine kritischen Bereiche betroffen gewesen seien.

Das jährliche Produktionsvolumen von rund 100 Millionen Euro für heimische TV-Produktionen werde der ORF erfüllen, versicherte Wrabetz in dem Interview. Er werde noch diese Woche bei einem Skype-Gipfel mit Filmproduzenten und Filmschaffenden evaluieren, welche Produktionen man wann fortführen könne. Beim Neubau des Newsroom sei man trotz eines kurzen Baustopps im Plan.

Über eine neuerliche Kandidatur als Generaldirektor im Sommer 2021 denke er momentan nicht nach, so Wrabetz. Jetzt gehe es darum, „gut durch diese besonders schwierige Zeit zu kommen, dem gilt meine volle Konzentration. Wenn das geschafft ist, werde ich darüber nachdenken“, sagte er.

ORF baut ab Mitte April Programm um
ORF 1 plant ab 15. April übrigens mehrere Programmänderungen. Die wöchentlichen Sendungen „Dok 1“, „Talk 1“ und Peter Kliens „Gute Nacht Österreich“ wandern vom Donnerstag auf den bisherigen Spielfilm-Mittwochabend, bestätigte ORF-1-Channelmanagerin Lisa Totzauer. Außerdem wird die „ORF-1-Freistunde“ erweitert.

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