10.04.2020 12:00 |

Leitung in Innsbruck

Bei Diabetes-Nierentherapie: PC-Modell soll helfen

Diabetische Nierenerkrankungen sind die Hauptursachen für Nierenversagen in Industrieländern. Ein von der EU finanziertes internationales F&E-Projekt unter Leitung der MedUni Innsbruck und unter Mitarbeit der MedUni Wien sowie internationalen Partnern soll mittels Computersoftware zu einer individuellen Vorhersage des Krankheitsverlaufs und zu besserem Therapieansprechen führen.

Das Projekt heißt „DC-Ren: Wirkstoffkombinationen zur Optimierung des Verlaufs von diabetischer Nierenerkrankung“. Dem ausgeschriebenen Motto „Systemansätze zur Entdeckung kombinatorischer Therapien bei komplexen Erkrankungen“ folgend, setzte sich die mit sechs Millionen Euro dotierte internationale Forschungsinitiative unter 50 Bewerbungen als Spitzenprojekt durch.

Zusammenarbeit aus halb Europa
Ziel des Projekts, das von Gert Mayer, Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin IV - Nephrologie und Hypertensiologie als Koordinator geleitet wird, ist es, zusammen mit Teams aus Österreich (emergentec biodevelopment GmbH und der Arbeitsgruppe von Rainer Oberbauer, Leiter der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse der MedUniWien/AKH), Deutschland, Italien, den Niederlanden, Dänemark und Israel ein datengesteuertes Entscheidungshilfewerkzeug zur personalisierten Optimierung von Therapien zu entwickeln. „Obwohl sich in den letzten Jahren die therapeutischen Optionen deutlich verbessert haben, kann die individuelle Wirksamkeit nicht vorhergesagt werden“, wurde Mayer in der Aussendung zitiert.

Bis zu 40 Prozent der Diabetiker betroffen
Ein mathematisches Modell soll nun den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen vorhersagen und so zur Verbesserung der Präzision einer personalisierten Medikamentenkombination beitragen. Der wissenschaftliche Ansatz basiere auf einem neuartigen Konzept zur Patientenbewertung, hieß es. Es werden wichtige Biobanken und klinische Daten in Kombination mit experimentellen und analytischen sowie statistischen Bewertungen genutzt, um eine Prototyp-Technologielösung zu etablieren. Sie soll dann an Patienten erprobt werden. In Europa leiden insgesamt etwa 50 Millionen Menschen, zehn Prozent der Bevölkerung, an einer chronischen Nierenerkrankung. Bis zu 40 Prozent der Diabetiker entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung Nierenschäden. Mit dem kontinuierlichen Anstieg an Hypertonie und Diabeteserkrankungen in Europa nimmt auch das Auftreten von Nieren-, Herz- und Gefäßerkrankungen zu.

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