30.03.2020 11:10 |

Silberregion Karwendel

„Tourismus geht um fünf Schritte zurück“

Wie ganz Tirol trifft das Coronavirus auch die Silberregion Karwendel. Als Zugabe winkt dort auch noch das Aus der Achenseebahn. TVB-Chefin Elisabeth Frontull schilderte der „Krone“ die Lage.

„Krone“: Frau Frontull, das Coronavirus überschattet den Tourismus enorm, in Ihrer Region ist auch noch die Achenseebahn auf dem endgültigen Abstellgleis. Wie schwer wiegt diese zusätzliche Hiobsbotschaft?
Elisabeth Frontull: Wir hatten allein Tausende Tagesgäste, die wegen dieses Stücks Kultur kamen. Mit dem Sightseeingbus haben wir auch das Schloss Tratzberg oder das Silberbergwerk eingebunden, dieses Angebot leidet jetzt.

Haben Sie noch Hoffnung für die Achenseebahn?
Ehrlich gesagt nicht viel. Die Coronakrise macht die Aussichten für die nahe Zukunft noch schlechter für einen Geldgeber.

Apropos Corona – wie arg leidet Ihre TVB-Region?
Wir waren im Jänner mit 11 Prozent im Plus, im Februar mit 24 Prozent. Bis zum verordneten Saisonende waren unsere rund 3000 Betten gut gebucht, wir haben 434.000 Nächtigungen pro Jahr. Jetzt bleibt noch der Geschäftstourismus, auf niedrigerem Niveau.

Wie sehr wird die Coronakrise den Tiroler Tourismus zurückwerfen?
Diese Frage kann noch niemand wirklich beantworten. Ich glaube, dass es fünf Schritte zurück geht und in Zukunft vieles anders wird. Es geht um Entschleunigung, um ein Wegkommen von der Masse. Die Leute lechzen nach Bergen, Luft und Natur. Unsere Region mit vielen kleinen privaten Vermietern kann einiges bieten für die Menschen, die derzeit in den Städten eingesperrt sind.

Wie ist die Stimmung bei den Vermietern?
Wir hatten zuletzt viel Kontakt und wollen, dass sich niemand alleingelassen fühlt. Klar ist aber, dass derzeit kein Gast einen Kopf für Urlaubspläne hat und wir ja selbst nicht wissen, wie es weitergeht. Derzeit gibt es einen Werbestopp. Man kann nur hoffen, dass Ende April das Leben wieder hochgefahren wird.

Welche Gäste möchten Sie konkret ansprechen?
Es geht Nahmärkte wie Österreich, Bayern oder Baden Württemberg. Ich glaube, viele Leute werden demnächst einen etwas bescheideneren Urlaub anstreben. Viele wird die Krise im Job und in der Geldtasche treffen.

Andreas Moser
Andreas Moser
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