29.07.2010 15:44 |

Aufregung umsonst

"Ausgebüxte" Boa lag seit Sonntag hinterm Kasten

Graz atmet auf: Boa Amanda ist endlich wieder da - und eigentlich war sie auch gar nie weg. Wie die "Krone" am Donnerstagnachmittag erfuhr, hatte sich die "ausgebüxte" 20-Kilo-Schlange nämlich die ganze Zeit über in der Wohnung ihres Besitzers versteckt! Der Mann will das Tier nun in einen Zoo geben. Der entstandene Wirbel ist ihm "etwas peinlich".

Laut Informationen der "Krone" lag die Boa Constrictor offenbar die ganze Zeit über in der Küche ihres 52-jährigen Besitzers. Am Montag war noch mit rund 30 Polizeischülern nach dem Reptil gesucht worden. Ausgehängte Zettel warnten die Bewohner der Grazer Christophorus-Siedlung vor der 20-Kilo-Schlange, die neben kleinen Haustieren durchaus auch ein Kleinkind angreifen würde.

Die Boa hatte am Sonntagabend ihren Halter beim Füttern attackiert und die Scheibe ihres - laut Polizei viel zu kleinen - Terrariums zerbrochen. Der Besitzer flüchtete aus der Wohnung und vergaß dabei die gekippte Balkontür - als er zurückkam, war Amanda verschwunden, scheinbar aus dem 1. Stock gekrochen. Nun weiß man, dass die ganze Aufregung umsonst war...

Erst der Sachverständige guckte hinters Küchenkasterl
Donnerstagnachmittag fand das Tier aber nicht etwa der 52-jährige Besitzer. Der von der Polizei eingeschaltete Sachverständige Werner Stangl beschloss nach der erfolglosen Suche der vergangenen Tage, noch einmal von vorne zu beginnen - also in der Wohnung des Grazers. Dort fand er die Boa nach kurzer Zeit in der Küche in einem Zehn-Zentimeter-Schlitz hinter einem der Kästen.

Am ersten und zweiten Tag hatten Einsatzkräfte die Wohnung des 52-Jährigen eigentlich - laut ihren Angaben - auf den Kopf gestellt, aber die Schlange nicht entdeckt. Erst nachdem Stangl sich den Balkon der Wohnung am Donnerstag angesehen hatte und meinte, dass das Tier wohl doch noch in den vier Wänden des Grazers sein könnte, wurde nochmals in der Wohnung gesucht. Dem Tier gehe es laut Polizei gut: "Die Boa ist wohlauf."

Keine fahrlässige Gemeingefährdung
Mit dem Fund haben sich wohl auch die rechtlichen Konsequenzen für den Besitzer etwas geändert, denn da das Tier die Wohnung nicht verlassen hat, dürfte die Staatsanwaltschaft auch keine Anklage wegen fahrlässiger Gemeingefährdung erheben.

Das behördliche Verfahren wegen der versäumten Meldung laufe aber weiter, so die Polizei. Auch den Polizeieinsatz wird der Mann wohl zahlen müssen. Ferner wird das Veterinäramt nun prüfen, wie die Haltungsbedingungen für die Boa an Ort und Stelle sind. Ist das Terrarium zu klein, werden Auflagen gestellt, die der Schlangenbesitzer erfüllen muss. Der 52-Jährige meinte jedoch am Donnerstag, dass er Amanda an einen Zoo oder Tierpark abgeben wolle. Er freute sich zwar, dass die Würgeschlange wieder aufgetaucht ist, jedoch sei ihm der "Wirbel etwas peinlich".

Er meinte außerdem, dass die ganze Sache übertrieben wurde, da die Boa seiner Meinung nach nicht so gefährlich ist...

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