Jahre, oft Jahrzehnte, mussten die Missbrauchsopfer alleine mit ihrem Leid fertig werden. Doch heuer ist die Mauer des Schweigend gebrochen. Land und Diözese haben daraufhin Anlaufstellen für die Missbrauchsopfer eingerichtet.
"79 Betroffene haben sich bei uns gemeldet. 31 Fälle haben wir bisher angezeigt", berichtete am Donnerstag Sozial-Landesrat Gerhard Reheis. "Da geht es um Sadismen, die man eher in einem KZ vermutet. Hunde wurden auf Kinder gehetzt, Heimzöglinge ans Bett gefesselt", gibt Professor Heinz Barta von der Uni Innsbruck Einblick in die Geschichten, die nun ans Licht gekommen sind.
Der Rechtsexperte Barta gehört zur Steuerungsgruppe, die dem Land Empfehlungen für die Aufarbeitung gibt. Eine Entschuldigung an die Opfer gehört ebenso dazu, wie eine materielle Entschädigung. 15.000 bis 25.000 Euro sollen es sein. Reheis will rasche Hilfe: "Am 15. August wird die Regierung darüber beraten."
Auch in der Diözese geht man daran, über Entschädigungszahlungen zu entscheiden. 189 Opfer haben sich dort gemeldet. Erschütternd ist vor allem die Tatsache, dass Misshandlungen keine Einzelerscheinungen waren, sondern in vielen Einrichtungen der öffentlichen Hand und der Kirche systematisch begangen wurden.
Die Ombudsstellen von Land und Kirche sind weiter aktiv. Telefon: 0800/880 880 (Land), 0512/2230-2120 (Diözese).
von Claudia Thurner, Tiroler Krone
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