04.03.2020 19:55 |

Klassiker reloaded

„Emma“: Wenn Verkuppeln nur so einfach wäre

Bevor Jane Austen 1815 ihren Klassiker „Emma“ veröffentlichte, soll die Britin gesagt haben: „Ich werde eine Heldin erschaffen, die niemand außer mir besonders mögen wird.“ Falsch gedacht. Von der ungebrochenen Beliebtheit zeugen zahlreiche Theaterstücke und TV-Produktionen, die US-Komödie mit Gwyneth Paltrow, die indische Adaption „Aisha“ - und nun ein neuer Kinofilm.

Regisseurin Autumn de Wilde, die sich zuvor als Fotografin, mit Musikvideos und mit Konzertfilmen einen Namen gemacht hat, gibt mit der Leinwandadaption von „Emma“ ihr Kinodebüt. Anya Taylor-Joy („Split“) spielt die privilegierte Titelheldin Emma Woodhouse. Die junge Dame sorgt als Kupplerin in einem fiktiven englischen Dorf des frühen 19. Jahrhunderts für allerlei Wirbel und Liebeskummer.

Emma ist reich, klug, hübsch und unverheiratet - letzteres mit der Überzeugung und Selbstverständlichkeit eines männlichen Junggesellen. Entgegen damaliger gesellschaftlicher Normen hat sie keine Absichten zu heiraten. Viel lieber kümmert sich Emma um das Liebesleben ihrer Bekanntschaften im Dorf Highbury. Ihr liebster Zeitvertreib ist nämlich das Ehestiften. Sie ist überzeugt, ihrer Gouvernante (Gemma Whelan) zu einer glücklichen Ehe verholfen zu haben, und hält sich deshalb für besonders begabt in Beziehungsdingen.

Gegen den Rat ihres Vaters (Bill Nighy) und den ihres Freundes und Schwippschwagers Mr. Knightley (Johnny Flynn) plant Emma ihren nächsten vermeintlichen Liebescoup. Sie nimmt die aus ärmeren Verhältnissen stammende, naive Harriet Smith (Mia Goth) unter ihre Fittiche und setzt alles daran, sie mit dem Dorfvikar Mr. Elton (Josh O‘Connor) zusammenzubringen. Und das, obwohl Mr. Martin (Connor Swindells) Harriet bereits einen Heiratsantrag gemacht hat.

Wer in Highbury wirklich romantische Gefühle für wen hat, entgeht Emma ganz und gar bei ihren vielleicht gut gemeinten, aber vor allem von Eitelkeit getriebenen Bemühungen. Und so sorgt sie in ihrem Umfeld eher für Frust als für Liebesglück und wird deshalb auch selbst immer unglücklicher. Dass sie nicht nur Verehrer hat, sondern auch eigene romantische Gefühle für jemanden aus dem Dorf entdeckt, macht die Sache nur noch komplizierter.

Regisseurin Autumn de Wilde serviert uns mit „Emma“ einen bezaubernden Kostümfilm, dessen Ursprung zwar über 200 Jahre alt ist, der jedoch zu keiner Zeit altbacken und trocken daherkommt. Ein überzeugender Cast (neben Anya Taylor-Joy und Josh O‘Connor sei noch Miranda Hart in einer Nebenrolle als Miss Bates genannt) rundet diesen amüsanten Streifen ab.

Kinostart von „Emma“: 5. März.

APA/red

Ingemar Pardatscher
Ingemar Pardatscher
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